Futteretikett verstehen

Analysewerte lesen und Protein auf Trockenmasse umrechnen: erst dann werden zwei Etiketten wirklich vergleichbar.

Auf jedem Hundefutter stehen die analytischen Bestandteile: Rohprotein, Rohfett, Rohfaser, Rohasche und Feuchtigkeit. Das Wort „roh“ bedeutet dabei nur „im Labor gemessen“, es sagt nichts über die Qualität der Quelle. Und genau hier beginnt das Missverständnis: Die Prozentwerte verschiedener Futterarten lassen sich nicht direkt vergleichen, weil Wasser mitgewogen wird.

Ein Nassfutter mit 8 % Rohprotein wirkt neben einem Trockenfutter mit 22 % schwach. Rechnet man das Wasser heraus, dreht sich das Bild oft um: 8 % bei 75 % Feuchtigkeit sind 32 % Protein in der Trockenmasse, 22 % bei 10 % Feuchtigkeit nur 24,4 %. Der Rechner unten nimmt dir diese Umrechnung ab, für zwei Futter gleichzeitig.

Die Analysewerte in Kurzform

Rohprotein

Gesamter Eiweißgehalt aus tierischen und pflanzlichen Quellen. Die Zahl verrät nicht, woraus das Protein stammt, dafür lohnt der Blick in die Zusammensetzung.

Rohfett

Energieträger. Höhere Werte sind bei aktiven Hunden normal, entscheidend ist das Gesamtbild aus Aktivität und Ration.

Rohfaser

Unverdauliche Pflanzenfasern, die in kleinen Anteilen zu einer Ration gehören.

Rohasche

Klingt seltsam, ist aber nur der Mineralstoffrest, der nach dem Verbrennen der Probe im Labor übrig bleibt.

Feuchtigkeit

Der Wasseranteil, der Schlüssel für jeden Vergleich. Trockenfutter liegt meist um 10 %, Nassfutter und BARF um 70 bis 80 %.

In der Zusammensetzung lohnt außerdem der Blick auf klare Ansagen: Je konkreter eine Zutat benannt ist, desto besser lässt sich das Futter einschätzen und desto leichter fällt später jede Dokumentation, etwa im Futter-Tagebuch.

Passende Werkzeuge

Beobachtungen strukturieren: Futterwechsel-Check. Verlauf festhalten: Futter-Tagebuch. Alle Werkzeuge: Futterwechsel-Navigator.

Häufige Fragen

Warum wirken Nassfutter-Werte so niedrig?

Weil bis zu 80 % der Dose Wasser sind und das Wasser mitgewogen wird. Erst die Umrechnung auf Trockenmasse zeigt, wie viel Protein wirklich im Futteranteil steckt.

Heißt mehr Protein automatisch besser?

Nein. Menge ist nur die halbe Wahrheit, Quelle und Verarbeitung entscheiden mit, wie gut ein Hund das Protein verwerten kann. Die Umrechnung macht Etiketten vergleichbar, sie ersetzt keine Gesamtbewertung.

Wo finde ich die Werte?

Unter „Analytische Bestandteile“ auf der Verpackung oder Produktseite. Fehlt die Feuchtigkeit bei Trockenfutter, kannst du näherungsweise mit 10 % rechnen.