02. Juni 2026

BARF: kochen oder roh füttern? Was sich wirklich verändert

12 Min. Lesezeit
Zwergpudel neben rohen BARF-Zutaten und gekochter Hundenahrung in moderner Küche.

BARF bedeutet per Definition rohes, ungegartetes Fleisch; wer kocht, verlässt das klassische BARF-Konzept und wechselt zur Selbstkochkost, einem eigenständigen Ansatz mit anderen Regeln bei Knochen, Calcium und Keimreduktion, der für bestimmte Hunde und Haushalte trotzdem die bessere Wahl sein kann.

In keinem anderen Bereich der Rohfütterung gibt es so viele widersprüchliche Ratschläge wie bei dieser Frage. Die einen sagen, Kochen zerstöre alle wertvollen Nährstoffe und mache den ganzen Ansatz sinnlos. Die anderen sagen, ein leicht gegarter Ansatz sei sicherer und für den Hund genauso gut. Wer hat recht? Beide Lager vereinfachen. Dieser Ratgeber legt die tatsächlichen Unterschiede offen, erklärt, was beim Erhitzen mit Fleisch, Knochen und Keimen passiert, und hilft dir einzuschätzen, welcher Ansatz für deinen Hund und deinen Haushalt passt.

Was BARF wirklich bedeutet

Das Kürzel BARF steht ursprünglich für "Biologically Appropriate Raw Food" oder in der deutschen Übersetzung "Biologisch Artgerechte Rohfütterung". Das Wort "roh" ist kein Beiwerk, sondern Teil der Definition. Wer seinen Hund nach BARF-Prinzipien ernährt, füttert rohes Fleisch, rohe Knochen, rohe Innereien und pflanzliche Zutaten ohne Erhitzung.

Davon zu unterscheiden ist die Selbstkochkost, also die Herstellung von Hundefutter aus frischen Zutaten mit thermischer Verarbeitung. Selbstkochkost ist ein eigenständiges Konzept, das eigene ernährungsphysiologische Regeln mitbringt. Wer Fleisch für den Hund kocht, betreibt keine BARF, auch wenn die Zutaten ähnlich sind.

Diese Unterscheidung ist keine Spitzfindigkeit. Sie hat praktische Konsequenzen: vor allem bei Knochen, bei der Calciumversorgung und bei der Frage, welche Supplementierungen nötig sind. Wer die Begriffe durcheinander wirft, kann grundlegende Planungsfehler machen.

Rohes BARF und gekochte Hundekost nebeneinander auf Schneidebrett.

Was beim Erhitzen mit Fleisch passiert

Fleisch besteht hauptsächlich aus Wasser, Protein und Fett. Was beim Garen passiert, lässt sich für diese drei Bestandteile unterschiedlich beschreiben.

Protein denaturiert beim Erhitzen. Das bedeutet, die dreidimensionale Struktur der Proteinketten verändert sich durch Hitze. Denaturierte Proteine sind nicht schlechter im Sinne von nährstoffärmer, für viele Hunde sind sie sogar leichter verdaulich, weil die Verdauungsenzyme an der veränderten Struktur leichter ansetzen können. Das oft wiederholte Argument, Kochen "zerstöre" das Protein, ist so pauschal falsch. Das Protein ist nach dem Kochen immer noch da, es ist nur in seiner Struktur verändert.

Fett verhält sich beim Garen relativ stabil. Der Fettgehalt des Fleisches ändert sich durch normales Garen kaum in relevanter Weise, solange kein Fett aktiv abgegossen wird.

Hitzeempfindliche Nährstoffe wie bestimmte Vitamine, vor allem wasserlösliche Vitamine wie Vitamin C und einige B-Vitamine, sowie Enzyme können durch Erhitzen reduziert werden. Wie groß diese Verluste sind, hängt stark von Temperatur, Dauer und Garmethode ab. Schonend gegartes Fleisch bei niedrigen Temperaturen verliert weniger als lange bei hoher Hitze gekochtes Fleisch. Mineralstoffe und die meisten Aminosäuren sind gegenüber moderatem Erhitzen deutlich stabiler.

Für gesunde Hunde mit einer ansonsten ausgewogenen Ration ist der praktische Unterschied bei normal gegartem Fleisch oft überschaubar. Es geht weniger um das Kochen selbst als um die Gesamtzusammensetzung der Ration.

Das Knochen-Problem: der entscheidende Unterschied

Das ist der Punkt, der nicht verhandelbar ist und bei dem ein Missverständnis gefährliche Folgen haben kann.

Rohe Knochen sind biegsam. Sie enthalten noch Feuchtigkeit und organische Substanzen, die ihnen Elastizität geben. Wenn ein Hund einen rohen Knochen kaut, bricht er in stumpfe, abgerundete Stücke. Das ist das Prinzip hinter dem Einsatz von rohen Knochen in BARF-Konzepten: die Knochen werden weich genug gebrochen und können sicher verdaut werden, sofern sie für die Größe des Hundes geeignet sind.

Erhitzte, gekochte oder gebackene Knochen verlieren diese Elastizität vollständig. Die Hitze verändert die Knochenstruktur auf molekularer Ebene. Sie werden spröde und hart in einer anderen Weise als der rohe Zustand. Wenn ein Hund einen gekochten Knochen kaut, bricht er in scharfe, spitze Splitter. Diese Splitter können Verletzungen im Maul verursachen, aber das eigentliche Risiko liegt tiefer: Scharfe Knochensplitter können die Speiseröhre, den Magen oder den Darm perforieren. Das ist ein veterinärmedizinischer Notfall.

Dieser Punkt gilt absolut. Es gibt keinen sicheren Weg, einem Hund gekochte Knochen zu geben. Keine Portion ist klein genug, kein Hund ist "vorsichtig genug". Wer kocht, entfernt Knochen aus der Ration vollständig und ersetzt die Calciumversorgung über andere Wege. Dazu gleich mehr.

Roh vs. gekocht: direkter Vergleich

Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Unterschiede zwischen roher BARF-Fütterung und gekochter Selbstzubereitung zusammen:

Aspekt Rohes BARF Gekochte Selbstzubereitung
Definition Biologisch artgerechte Rohfütterung, Fleisch und Zutaten ungegaret Selbst hergestelltes Hundefutter mit thermischer Verarbeitung, kein BARF im eigentlichen Sinn
Nährstoffe (Protein) Native Proteinstruktur, für gesunde Hunde gut verdaulich Protein denaturiert, für viele Hunde gleich gut oder leichter verdaulich
Hitzeempfindliche Vitamine Vollständig erhalten Können reduziert werden, abhängig von Temperatur und Dauer
Knochen Rohe Knochen sind geeignet, wenn sie zur Hundegröße passen Gekochte Knochen sind absolut verboten, sie werden spröde und splittern gefährlich
Calcium Rohe Knochen als primäre Calciumquelle möglich Calcium muss über Supplemente (z.B. Eierschalenpulver, Calciumpräparate) zugeführt werden
Keimlast Keime wie Salmonellen oder Campylobacter können enthalten sein, Hygiene ist Pflicht Durchgegartes Fleisch hat deutlich reduzierte Keimlast
Hygiene im Haushalt Rohes Fleisch erfordert konsequente Küchenhygiene, Risiko für immungeschwächte Personen beachten Geringes Übertragungsrisiko durch gekochtes Futter
Für welchen Hund Gesunde Hunde ohne spezifische Magen-Darm-Probleme, Halter ohne Risikogruppen im Haushalt Empfindlicher Magen-Darm-Trakt, nach Erkrankungen auf tierärztliche Empfehlung, Haushalte mit immungeschwächten Personen
Supplementierungsbedarf Je nach Rationengestaltung variierend, bei ausgewogenem Ansatz oft geringer Calcium zwingend separat, ggf. weitere Vitamine abhängig von Garmethode und Zutaten

Hygiene und Keimrisiko: was das BfR sagt

Das Thema Hygiene beim Rohfüttern ist real und verdient eine sachliche Einordnung. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) weist darauf hin, dass rohes Fleisch Keime wie Salmonellen, Campylobacter oder Listerien enthalten kann. Diese Keime können auf Menschen übertragen werden, zum Beispiel über den direkten Kontakt mit dem rohen Fleisch beim Portionieren, über den Futternapf oder über den Hund selbst, der nach dem Fressen noch Restfleisch an Schnauze und Pfoten trägt.

Für gesunde Erwachsene ohne Immunschwäche reichen die üblichen Hygieneregeln aus:

  • Hände waschen nach dem Kontakt mit rohem Fleisch.
  • Arbeitsflächen, Messer und Schneidebretter nach dem Kontakt heiß abwaschen.
  • Den Futternapf des Hundes nach jeder Rohfleischmahlzeit reinigen.
  • Rohes und gegartes Fleisch getrennt lagern.
  • Hunde nach der Mahlzeit nicht sofort im Gesicht küssen oder an sich heran lassen, bis sie sich geputzt haben.

Für bestimmte Gruppen ist das Risiko jedoch größer. Das BfR weist ausdrücklich darauf hin, dass Kinder unter fünf Jahren, ältere Menschen, Schwangere und Personen mit geschwächtem Immunsystem empfänglicher für Keime aus rohen tierischen Produkten sind. Wer in einem solchen Haushalt lebt, sollte die Rohfütterung nicht allein auf Basis von Online-Ratgebern entscheiden, sondern das Gespräch mit der Tierarztpraxis und gegebenenfalls dem behandelnden Arzt suchen.

Die Keimlast von gekochtem Fleisch ist durch die thermische Behandlung deutlich geringer. Das ist ein objektiver Vorteil der Selbstkochkost in Haushalten mit Risikogruppen.

Calcium ohne rohe Knochen: wie es funktioniert

In vielen BARF-Konzepten werden rohe Knochen als Calciumquelle eingeplant, weil Fleisch allein einen deutlich höheren Phosphoranteil als Calciumanteil hat und das Ca:P-Verhältnis über Knochen ausgeglichen wird. Wer nicht roh füttert oder aus anderen Gründen keine rohen Knochen einsetzen kann oder möchte, steht vor der Aufgabe, Calcium anderweitig zu liefern.

Mögliche Calciumquellen ohne rohe Knochen:

  • Eierschalenpulver: Gemahlene getrocknete Eierschalen sind eine konzentrierte Calciumquelle, die leicht selbst herzustellen oder zu kaufen ist. Die Dosierung sollte mit einer tierärztlichen Ernährungsberatung abgestimmt werden.
  • Calciumpräparate aus dem Tierfachhandel: Spezifische Ergänzungspräparate mit definiertem Calciumgehalt, die eine genaue Dosierung erlauben.
  • Calciumcarbonat: Ein im Tierernährungsbereich verwendetes Supplement, das in Apotheken und Tierfachhandel erhältlich ist.
  • Fleischknochenpulver oder Knochenmehl: Im BARF-Handel angebotene gemahlene Knochen, die als Calvorstufe der rohen Knochen gelten können, ohne das Splitter-Risiko eines ganzen Knochens.

Wichtig: Die richtige Dosierung von Calcium ist kein Thema, das man nach Gefühl oder pauschalen Online-Tabellen löst. Sowohl Calcium-Überversorgung als auch Unterversorgung können langfristig Schäden am Skelettsystem verursachen. Wer auf rohe Knochen verzichtet, sollte die Calcium-Planung mit einer tierärztlichen Ernährungsberatung abklären.

Wann macht Kochen Sinn

Es gibt legitime Situationen, in denen die Entscheidung für Selbstkochkost statt rohem BARF gut begründet ist. Diese Liste ist keine Werbung für das eine oder andere Konzept, sondern eine ehrliche Einschätzung der Praxis.

Hund mit empfindlichem Magen-Darm-Trakt: Manche Hunde reagieren auf rohes Fleisch mit Durchfall oder instabilem Kot, vertragen gegarte Zutaten aber problemlos. Das kann an der veränderten Proteinstruktur liegen oder daran, dass die Gärprozesse im Rohfleisch vom Verdauungstrakt als Belastung wahrgenommen werden. Bei solchen Hunden kann die Selbstkochkost eine pragmatische Lösung sein.

Tierärztliche Empfehlung nach Erkrankung: Nach bestimmten Magen-Darm-Erkrankungen, nach Operationen oder bei Hunden mit geschwächtem Immunsystem kann der Tierarzt vorübergehend oder dauerhaft zu gegarter Kost raten. Diese Empfehlung sollte respektiert werden.

Immungeschwächte Personen im Haushalt: Wie oben beschrieben, kann die Keimlast von rohem Fleisch für bestimmte Personengruppen ein echtes Risiko darstellen. Die Selbstkochkost mit ihrer reduzierten Keimlast ist in solchen Haushalten die verantwortungsvollere Wahl.

Persönliche Überzeugung oder Unsicherheit beim Umgang mit rohem Fleisch: Wer das Rohfleisch-Handling als zu belastend empfindet, dauerhaft unsicher ist oder aus anderen Gründen nicht roh füttern möchte, macht mit Selbstkochkost keine schlechtere Wahl für den Hund, solange die Ration ernährungsphysiologisch ausgewogen ist.

Hand bereitet rohe BARF-Zutaten in heller Küche vor.

Wann ist Rohfütterung die bessere Wahl

Für gesunde Hunde in Haushalten ohne besondere Risikogruppen ist rohes BARF der Ansatz, der dem ursprünglichen Konzept entspricht und ohne aufwändige Supplementierung beim Knochen-Calcium auskommt.

Rohe Knochen erfüllen beim Hund mehrere Funktionen gleichzeitig: Sie liefern Calcium und Phosphor in einem natürlichen Verhältnis, sie beschäftigen den Hund und fordern seine Kaumuskulatur, und sie können zur Zahnpflege beitragen. Diese Kombination lässt sich durch Supplements nur mit mehr Aufwand replizieren.

Darüber hinaus hat rohes Fleisch für gesunde Hunde keine nachgewiesenen Nachteile gegenüber gegarter Kost, solange die Hygiene stimmt und die Ration ausgewogen ist. Die These, rohes Fleisch sei von Natur aus "besser" oder "gesünder" für den Hund als gegarte Kost, ist wissenschaftlich nicht eindeutig belegt. Was belegt ist: Hunde können rohes Fleisch sehr gut verdauen und nutzen, und die meisten vertragen es ohne Probleme.

Enzym-Argumente und ähnliche Behauptungen einordnen

In BARF-Foren kursiert regelmäßig das Argument, rohes Fleisch enthalte Enzyme und andere bioaktive Substanzen, die beim Kochen zerstört würden und für die Hunde essenziell seien. Diese Aussage klingt plausibel, ist aber in der Veterinärernährungswissenschaft nicht mit belastbaren Studien untermauert.

Verdauungsenzyme produziert der Hund selbst in ausreichender Menge, unabhängig davon, ob das Futter roh oder gegart ist. Die Idee, dass Enzyme im rohen Fleisch die Verdauung des Hundes wesentlich unterstützen, beruht auf einer Übertragung von Konzepten, die für andere Zusammenhänge entwickelt wurden, auf die Hundeernährung, ohne dass diese Übertragung wissenschaftlich validiert ist.

Das bedeutet nicht, dass rohes Füttern falsch ist. Es bedeutet nur, dass bestimmte Argumente, die für rohes BARF ins Feld geführt werden, mit Skepsis betrachtet werden sollten. Die ehrliche Begründung für rohes BARF lautet: Hunde fressen und verdauen rohes Fleisch sehr gut, die Ration lässt sich damit ausgewogen zusammenstellen, und für gesunde Tiere in geeigneten Haushalten gibt es keinen Grund, davon abzuweichen. Das reicht als Begründung.

Mischkonzepte: roh und gekocht kombinieren

Einige Halter kombinieren rohes und gekochtes Fleisch, je nach Tageszeit, Fleischsorte oder Situation. Das ist kein dogmatischer Fehler, erfordert aber etwas mehr Aufmerksamkeit.

Wer an bestimmten Tagen rohes Fleisch mit rohen Knochen füttert und an anderen Tagen gegarte Kost ohne Knochen, muss sicherstellen, dass die Calciumversorgung über die Woche hinweg ausgeglichen ist. Wenn Knochen-Tage und knochenlose Tage wechseln, muss an den kochenden Tagen Calcium substituiert werden.

Der eigentliche Knackpunkt bei Mischkonzepten ist die Planbarkeit: Wer beides macht, braucht ein klares System, das die Nährstoffbilanz über mehrere Tage hinweg im Blick behält, nicht nur für einzelne Mahlzeiten.

Auf einen Punkt sei explizit hingewiesen: Es gibt keine Kombination, bei der ein bereits gekochter Knochen durch erneutes Erhitzen oder durch teilweises Abkühlen wieder "sicher" wird. Einmal erhitzt, bleibt der Knochen dauerhaft spröde. Es gibt keinen Zwischenzustand.

Die Eingewöhnung: Umstieg von roh auf gekocht und zurück

Hunde, die bisher rohes BARF bekommen haben und auf Selbstkochkost umgestellt werden, brauchen in der Regel eine kurze Eingewöhnungsphase. Die Verdauungsflora passt sich an die neue Kost an, und es kann in den ersten Tagen zu veränderten Kotbeschaffenheiten kommen.

Dasselbe gilt beim Umstieg von Selbstkochkost auf rohes BARF. Wer von einer langen Phase gegarter Kost auf rohes Fleisch wechselt, beginnt idealerweise mit einer Fleischsorte und steigert die Menge langsam, um den Magen-Darm-Trakt nicht zu überfordern.

Bei anhaltenden Problemen wie Durchfall über mehrere Tage oder deutlichem Unwohlsein ist der Umstieg zu verlangsamen und bei Bedarf mit der Tierarztpraxis zu besprechen. Das ist kein Zeichen dafür, dass das Konzept grundsätzlich falsch ist, sondern normales Verhalten eines Verdauungstrakts, der sich an eine veränderte Futtergrundlage anpasst.

Unsere Einordnung

Rohes BARF und Selbstkochkost sind zwei verschiedene Konzepte, kein stufenloses Spektrum. Die Entscheidung, welches besser zu dir und deinem Hund passt, hängt nicht von dogmatischen Überzeugungen ab, sondern von drei konkreten Faktoren.

Erstens: Wer ist in deinem Haushalt? Wenn immungeschwächte Personen, Kleinkinder oder Hochrisiko-Gruppen im selben Haushalt leben, ist Selbstkochkost mit ihrer deutlich reduzierten Keimlast die verantwortungsvollere Wahl. Das ist keine Einschränkung, sondern Risikobewusstsein.

Zweitens: Wie ist dein Hund? Ein gesunder, robuster Hund ohne Verdauungsprobleme ist ein guter Kandidat für rohes BARF. Ein Hund mit chronischen Magen-Darm-Problemen, der auf rohes Fleisch immer wieder mit instabilem Kot reagiert, ist es möglicherweise nicht, oder zumindest nicht mit derselben Ration.

Drittens: Was bist du bereit zu managen? Rohes BARF erfordert mehr Achtsamkeit beim Fleischeinkauf, konsequente Kühlkette und strikte Küchenhygiene. Selbstkochkost erfordert mehr Planung beim Calcium und ggf. weiteren Supplements, ist aber im Haushalt leichter handhabbar.

Was wir für BARF-Einsteiger empfehlen: Wenn kein besonderer Grund gegen rohes BARF spricht, beginne roh. Die Calciumversorgung über rohe Knochen ist bei diesem Konzept klarer gelöst als über Supplements. Und rohe Knochen in geeigneter Größe sind für die meisten Hunde problemlos. Wer Bedenken hat oder sich unsicher ist, schreibt uns unter [email protected] oder spricht das Thema beim nächsten Tierarzttermin an.

Zwergpudel neben ausgewogener roher BARF-Mahlzeit in heller Küche.

Zusammenfassung: Das Wichtigste auf einen Blick

BARF bedeutet roh. Wer kocht, betreibt Selbstkochkost, ein eigenständiges Konzept mit anderen Regeln. Für gesunde Hunde in Haushalten ohne Risikogruppen ist rohes BARF der Ansatz, der dem Konzept entspricht und die Calciumversorgung über rohe Knochen löst. Selbstkochkost ist eine gültige Alternative bei empfindlichen Hunden, auf tierärztliche Empfehlung und in Haushalten mit immungeschwächten Personen.

Der absolut nicht verhandelbare Punkt: Gekochte Knochen dürfen Hunden niemals gegeben werden. Sie werden durch das Erhitzen spröde und splittern in scharfe, gefährliche Stücke. Rohe Knochen und gekochte Knochen sind nicht dasselbe und nicht austauschbar. Wer kocht, entfernt Knochen vollständig aus der Ration und löst Calcium über geeignete Supplements.

Wer Fragen zur Rationenplanung hat, ob roh oder gekocht, wendet sich am besten an eine tierärztliche Ernährungsberatung oder an uns unter [email protected].

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Häufig gestellte Fragen.Alle Antworten auf einen Blick.

Ist gekochtes Fleisch beim Barfen erlaubt?
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Streng genommen nicht: BARF steht für biologisch artgerechte Rohfütterung und meint per Definition rohe, ungegarte Zutaten. Wer Fleisch erhitzt, wechselt zur Selbstkochkost, einem eigenständigen Konzept. Das ist keine schlechtere Wahl, aber ein anderer Ansatz mit anderen Regeln, besonders bei der Calciumversorgung und beim Umgang mit Knochen.

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Warum darf man Hunden keine gekochten Knochen geben?
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Rohe Knochen sind biegsam und brechen beim Kauen in stumpfe Stücke. Durch das Erhitzen verändert sich die Knochenstruktur grundlegend: Sie werden spröde und können beim Kauen in scharfe Splitter brechen. Diese Splitter können im Maul, im Rachen oder im Magen-Darm-Trakt des Hundes schwere Verletzungen verursachen. Gekochte Knochen sind daher ein ernstes Sicherheitsrisiko und dürfen Hunden grundsätzlich nicht gefüttert werden.

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Verändert sich der Nährwert von Fleisch durch das Kochen?
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Ja, teilweise. Hitze denaturiert Proteine, macht sie aber für die meisten Hunde gleich gut oder sogar besser verdaulich. Hitzeempfindliche Nährstoffe wie bestimmte Vitamine und Enzyme können beim Garen reduziert werden. Die genauen Verluste hängen von Temperatur, Dauer und Garmethode ab. Stabiler gegenüber Hitze sind Mineralstoffe und die meisten Aminosäuren. Für gesunde Hunde ist der Unterschied in der Praxis oft überschaubar, sofern die Gesamtration ausgewogen zusammengesetzt ist.

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Für wen ist gekochte Selbstzubereitung sinnvoller als rohes BARF?
23:05
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Gekochte Selbstzubereitung kann bei Hunden mit sehr empfindlichem Magen-Darm-Trakt, nach bestimmten Erkrankungen auf tierärztliche Empfehlung oder in Haushalten mit immungeschwächten Personen sinnvoll sein. Das BfR weist darauf hin, dass rohes Fleisch Keime wie Salmonellen enthalten kann, die für immungeschwächte Menschen ein Risiko darstellen. Wer in einem solchen Haushalt lebt, sollte die Rohfütterung kritisch abwägen und mit der Tierarztpraxis besprechen.

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Wie löse ich die Calciumversorgung, wenn ich keine rohen Knochen füttere?
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Rohe Knochen sind in klassischen BARF-Konzepten die primäre Calciumquelle. Wer nicht roh füttert oder keine Knochen einsetzen kann, muss Calcium über andere Wege zuführen: zum Beispiel über Eierschalenpulver, Calciumpräparate aus dem Tierfachhandel oder andere geeignete Supplementquellen. Welches Supplement passt und in welcher Menge, sollte mit einer tierärztlichen Ernährungsberatung abgestimmt werden, da eine Über- oder Unterversorgung mit Calcium langfristige Folgen haben kann.

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Können rohes Fleisch und Hygiene ein Problem für den Haushalt sein?
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Rohes Fleisch kann Keime wie Salmonellen oder Campylobacter enthalten, die auf Menschen übertragbar sind. Das BfR empfiehlt, beim Umgang mit rohem Tierfleisch die üblichen Hygieneregeln einzuhalten: Hände waschen, Arbeitsflächen und Geräte reinigen, rohe und gegarte Lebensmittel getrennt lagern. Für gesunde Erwachsene ohne Immunschwäche sind diese Regeln ausreichend. Bei kleinen Kindern, älteren Menschen oder Personen mit geschwächtem Immunsystem sollte das Risiko der Rohfütterung im Haushalt genauer betrachtet werden.

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