Hundenahrung 2026: Nassfutter vs. Trockenfutter vs. BARF – Der große Vergleich
Nassfutter, Trockenfutter oder BARF – welche Fütterungsart ist die beste für deinen Hund? Die Antwort hängt von Rasse, Alter, Gesundheitszustand und Alltag ab. Dieser umfassende Vergleich 2026 analysiert alle drei Methoden nach 12 Kriterien: Nährstoffgehalt, Verdaulichkeit, Zahnpflege, Kosten, Praxistauglichkeit und mehr. Am Ende weißt du genau, welche Fütterung zu dir und deinem Hund passt.
Die drei Fütterungsarten im Überblick
Bevor wir ins Detail gehen, ein kurzer Überblick über die drei Hauptfütterungsarten für Hunde in Deutschland:
| Merkmal | Nassfutter | Trockenfutter | BARF |
|---|---|---|---|
| Was ist das? | Feuchtes Fertigfutter in Dose/Schale | Gepresste Kroketten mit 8–10 % Feuchtigkeit | Rohes Fleisch + Gemüse + Öle + Supplemente |
| Feuchtigkeitsgehalt | 70–80 % | 8–10 % | 60–75 % (je nach Zusammensetzung) |
| Verbreitung in DE | ~45 % der Hundehalter | ~40 % der Hundehalter | ~10–15 % der Hundehalter |
| Zubereitung | Keine (Dose öffnen) | Keine (abwiegen) | Hoch (Zutaten kaufen, portionieren, supplementieren) |
| Haltbarkeit (ungeöffnet) | 2–3 Jahre | 12–18 Monate | Tiefgekühlt: 3–6 Monate |

Nassfutter: Vorteile, Nachteile und für wen geeignet
Nassfutter ist die beliebteste Fütterungsart in Deutschland – und das nicht ohne Grund. Der hohe Feuchtigkeitsgehalt, die gute Akzeptanz und die schonende Verarbeitung machen es zu einer soliden Wahl für die meisten Hunde.
Vorteile von Nassfutter
- Hoher Feuchtigkeitsgehalt (70–80 %): Unterstützt die Nierenfunktion und den Wasserhaushalt. Besonders wichtig für Hunde, die wenig trinken, und im Sommer.
- Hohe Akzeptanz: Geruch und Textur sind für die meisten Hunde attraktiver als Trockenfutter. Ideal für mäkelige Fresser und appetitlose Senioren.
- Geringere Verarbeitungstemperaturen: Weniger Nährstoffverlust als bei der Extrusion von Trockenfutter.
- Leichter zu kauen: Ideal für Welpen, Senioren mit Zahnproblemen oder nach Zahnoperationen.
- Portionierbar: Kleine Dosen oder Schalen ermöglichen genaue Fütterungsmengen – wichtig bei kleinen Rassen wie Chihuahuas oder Möpsen.
Nachteile von Nassfutter
- Kein Zahnreinigungseffekt: Weiche Konsistenz bietet keinen mechanischen Abrieb – Zahnstein muss anderweitig vorgebeugt werden.
- Höherer Preis pro Kalorie: Du zahlst viel Wasser mit – der Trockensubstanz-Vergleich relativiert den scheinbaren Fleischanteil.
- Kürzere Haltbarkeit nach Öffnen: Angebrochene Dosen müssen gekühlt und innerhalb von 24–48 Stunden verbraucht werden.
- Mehr Verpackungsmüll: Dosen und Schalen verursachen mehr Abfall als eine Tüte Trockenfutter.
Für wen ist Nassfutter ideal?
Nassfutter eignet sich besonders für: kleine Rassen mit geringem Futterbedarf, mäkelige Hunde, Senioren mit Zahnproblemen, Hunde mit Nierenerkrankungen (Flüssigkeitszufuhr!), und als Basis bei Mischfütterung.
Trockenfutter: Vorteile, Nachteile und für wen geeignet
Trockenfutter ist die praktischste Fütterungsart – abwiegen, in den Napf, fertig. Doch der Komfort hat auch Schattenseiten, die du kennen solltest.
Vorteile von Trockenfutter
- Praktisch und lagerfähig: Kein Kühlschrank nötig, monatelang haltbar, einfach zu portionieren.
- Zahnpflegeeffekt: Das Kauen der Kroketten erzeugt mechanischen Abrieb, der Zahnbelag reduziert. Kein Ersatz für Zähneputzen, aber besser als reine Nassfütterung.
- Hohe Energiedichte: Kleine Portionen liefern viele Kalorien – ideal für aktive Hunde und als Trainingsbelohnung.
- Günstiger pro Kalorie: Im Trockensubstanz-Vergleich oft die wirtschaftlichste Option.
- Ideal für Training: Kroketten lassen sich als Leckerli-Ersatz nutzen – sauber, geruchsarm, leicht zu transportieren.
- Reise-tauglich: Kein Kühlen nötig, wenig Gewicht, kein Aufwand unterwegs.
Nachteile von Trockenfutter
- Niedriger Feuchtigkeitsgehalt (8–10 %): Hunde müssen deutlich mehr trinken. Manche Hunde trinken nicht genug, was die Nieren belastet.
- Höhere Verarbeitungstemperaturen: Die Extrusion bei 120–180 °C kann hitzeempfindliche Vitamine und Enzyme zerstören.
- Oft mehr Kohlenhydrate: Stärke ist als Bindemittel für die Kroketten-Formgebung nötig – manche Futtermittel enthalten 40–60 % Kohlenhydrate.
- Geringere Akzeptanz: Weniger aromatisch als Nassfutter. Mäkelige Hunde verweigern Trockenfutter häufiger.
- Krokettengröße: Für sehr kleine Rassen (Chihuahua, Yorkshire Terrier) können Standard-Kroketten zu groß sein.
Für wen ist Trockenfutter ideal?
Trockenfutter eignet sich besonders für: aktive Hunde mit hohem Energiebedarf, Halter mit wenig Zeit, als Trainingsbelohnung, auf Reisen, und als Ergänzung zum Nassfutter (Mischfütterung).
BARF: Vorteile, Nachteile und für wen geeignet
BARF steht für „Biologisch Artgerechtes Rohes Futter" und ist die aufwändigste, aber auch individuellste Fütterungsmethode. Der Hund bekommt rohes Fleisch, Innereien, Knochen, Gemüse, Obst und Öle – zusammengestellt nach einem festen Nährstoffplan.
Vorteile von BARF
- Maximale Kontrolle: Du weißt exakt, was im Napf landet – keine versteckten Zusatzstoffe, keine Füllstoffe, keine Geschmacksverstärker.
- Individuelle Anpassung: Die Ration kann exakt auf Allergien, Unverträglichkeiten, Gewicht und Aktivität zugeschnitten werden.
- Naturbelassene Zutaten: Keine Erhitzung bedeutet maximaler Erhalt von Enzymen, Vitaminen und natürlichen Nährstoffen.
- Häufig bessere Kotqualität: Viele BARF-Halter berichten von kleinerem, festerem Kot mit weniger Geruch.
- Natürliche Zahnpflege: Rohe fleischige Knochen (RFK) reinigen die Zähne mechanisch und stärken die Kiefermuskulatur.
Nachteile von BARF
- Hoher Zeitaufwand: Einkauf, Portionierung, Tiefkühllagerung – rechne mit 2–4 Stunden pro Woche je nach Organisationsgrad.
- Ernährungswissen erforderlich: Ohne fundierte Rationsberechnung drohen Mangel- oder Überversorgung. Besonders Calcium, Phosphor, Zink, Jod und Vitamin D sind kritisch.
- Hygiene-Risiken: Rohes Fleisch kann Salmonellen, Campylobacter oder EHEC enthalten. Gefahr für immungeschwächte Menschen im Haushalt (Kleinkinder, Schwangere, Senioren).
- Höhere Kosten: Hochwertiges rohes Fleisch in BARF-Qualität ist teurer als Fertigfutter – besonders bei größeren Hunden.
- Knochengefahr: Falsch dimensionierte oder zu harte Knochen können Zahnbrüche oder Darmverschlüsse verursachen.
- Nicht reisetauglich: Rohfleisch braucht Kühlung und lässt sich im Urlaub kaum realisieren.
Für wen ist BARF geeignet?
BARF eignet sich für: erfahrene Hundehalter mit Ernährungswissen, Hunde mit multiplen Allergien (da völlige Zutatenkontrolle), Halter mit genug Zeit und Budget, und idealerweise nach Beratung durch einen Ernährungsberater für Hunde. BARF ist nicht empfehlenswert für: Erstbesitzer ohne Beratung, Haushalte mit Kleinkindern oder Immungeschwächten, und Welpen ohne tierärztliche Begleitung.
Der große Vergleich: 12 Kriterien
Diese Tabelle zeigt alle drei Fütterungsarten im direkten Vergleich – von Nährstoffgehalt bis Umweltbilanz:
| Kriterium | Nassfutter | Trockenfutter | BARF |
|---|---|---|---|
| Proteinqualität | ⭐ Hoch (schonend verarbeitet) | Gut (hitzebedingt leicht reduziert) | ⭐ Höchste (roh, unverarbeitet) |
| Verdaulichkeit | ⭐ Sehr hoch (85–95 %) | Gut (80–90 %) | ⭐ Sehr hoch (90–95 %) |
| Zahnpflege | ❌ Kein Effekt | ⭐ Mechanischer Abrieb | ⭐ Rohe Knochen reinigen |
| Flüssigkeitszufuhr | ⭐ Sehr gut (70–80 %) | ❌ Gering (8–10 %) | Gut (60–75 %) |
| Nährstoffsicherheit | ⭐ Vollständig (Alleinfutter) | ⭐ Vollständig (Alleinfutter) | ⚠️ Nur mit korrekter Rationsberechnung |
| Hygiene | ⭐ Steril (erhitzt) | ⭐ Steril (erhitzt) | ⚠️ Keimrisiko (Salmonellen etc.) |
| Individualisierbarkeit | Mittel (Sortenwahl) | Mittel (Sortenwahl) | ⭐ Maximum (jede Zutat wählbar) |
| Zeitaufwand | ⭐ Minimal (Dose öffnen) | ⭐ Minimal (abwiegen) | ❌ Hoch (2–4 h/Woche) |
| Kosten (10-kg-Hund/Monat) | 60–120 € | ⭐ 30–70 € | 80–150 € |
| Reisetauglichkeit | Gut (Dosen mitnehmen) | ⭐ Sehr gut (leicht, kein Kühlen) | ❌ Schlecht (Kühlung nötig) |
| Akzeptanz beim Hund | ⭐ Sehr hoch | Mittel | ⭐ Sehr hoch |
| Umweltbilanz | Mittel (Dosenrecycling) | ⭐ Am besten (wenig Verpackung) | Variabel (Transport, Kühlung) |
Hochwertiges Hundefutter – Nass & Trocken
Hoher Fleischanteil, keine Füllstoffe, in Deutschland hergestellt. Nassfutter und Trockenfutter für alle Rassen.
Hundefutter-Sortiment entdecken →Trockensubstanz-Vergleich: So vergleichst du Futter richtig
Der häufigste Fehler beim Futtervergleich: Nassfutter und Trockenfutter anhand der aufgedruckten Prozentangaben vergleichen. Das funktioniert nicht, weil Nassfutter 70–80 % Wasser enthält – die Nährstoffe konzentrieren sich auf nur 20–30 % Trockensubstanz.
Umrechnungsformel
Nährstoff in Trockensubstanz = Nährstoffgehalt ÷ (100 % – Feuchtigkeitsgehalt) × 100
Beispielrechnung
| Wert | Nassfutter (Etikett) | Nassfutter (Trockensubstanz) | Trockenfutter (Etikett ≈ TS) |
|---|---|---|---|
| Feuchtigkeit | 75 % | – | 10 % |
| Protein | 10 % | 40 % | 28 % |
| Fett | 6 % | 24 % | 15 % |
| Rohasche | 2 % | 8 % | 7 % |
In diesem Beispiel hat das Nassfutter in der Trockensubstanz sogar mehr Protein (40 %) als das Trockenfutter (28 %). Auf dem Etikett sieht es mit 10 % vs. 28 % aber genau umgekehrt aus. Deshalb: Immer in Trockensubstanz umrechnen, bevor du Futtersorten vergleichst.
Deklaration lesen: Worauf du achten musst
Egal ob Nass- oder Trockenfutter – die Zutatenliste verrät viel über die Qualität. So liest du sie richtig:
5 Checkpunkte
- Erste Zutat = Hauptbestandteil: Hier sollte eine benannte Fleischsorte stehen (z.B. „Lachsfilet 60 %"), nicht „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse".
- Konkrete Prozentangaben: Gutes Futter listet exakte Prozente auf. Vage Formulierungen wie „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse" verschleiern minderwertige Zutaten.
- Wenige Zutaten: Je kürzer die Liste, desto transparenter. 5–8 Zutaten sind oft besser als 20.
- Keine überflüssigen Zusätze: Zucker, Karamell, Farbstoffe, BHA/BHT haben in Hundefutter nichts zu suchen.
- Offene Deklaration: Alle Zutaten einzeln mit Prozentangabe aufgelistet – das Gegenteil der „geschlossenen Deklaration", die Zutatengruppen zusammenfasst.
Gut vs. Schlecht: Beispieldeklaration
| Kriterium | ✅ Gute Deklaration | ❌ Schlechte Deklaration |
|---|---|---|
| Fleischquelle | „Lachsfilet 60 %, Lachsbrühe 27 %" | „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse" |
| Kohlenhydratquelle | „Süßkartoffel 5 %, Kartoffel 3 %" | „Getreide (Mais, Weizen), pflanzliche Nebenerzeugnisse" |
| Öle | „Lachsöl 2 %, Leinöl 1 %" | „Öle und Fette" |
| Zusätze | „Keine künstlichen Zusätze" | „EG-Zusatzstoffe, Antioxidantien" |
Mischfütterung: Das Beste aus zwei Welten
Die in der Praxis häufigste und von vielen Tierärzten empfohlene Methode: Mischfütterung aus Nassfutter und Trockenfutter. So kombinierst du die Vorteile beider Welten – hohe Akzeptanz und Feuchtigkeit vom Nassfutter plus Zahnpflege und Praktikabilität vom Trockenfutter.
Empfohlenes Mischverhältnis
| Hundeprofil | Nassfutter-Anteil | Trockenfutter-Anteil | Begründung |
|---|---|---|---|
| Kleine Rassen (unter 5 kg) | 70 % | 30 % | Akzeptanz + Zahnpflege-Ergänzung |
| Mittelgroße Rassen (5–25 kg) | 50 % | 50 % | Ausgewogener Mix |
| Große Rassen (über 25 kg) | 30–40 % | 60–70 % | Kosten + Energiedichte bei großen Mengen |
| Senioren | 70–80 % | 20–30 % | Leichter zu kauen + Feuchtigkeit |
| Mäkelige Hunde | 80 % | 20 % | Nassfutter für Akzeptanz, TF als Topping |
Wichtig bei Mischfütterung: Die Gesamtkalorien müssen stimmen! Berechne die Kalorien beider Futterarten zusammen und passe die Mengen an, damit dein Hund nicht zu viel oder zu wenig bekommt. Beide Futtersorten sollten vom selben Hersteller oder zumindest in ähnlicher Qualitätsstufe sein.
Spezialfall Allergien: Welche Fütterungsart passt?
Hunde mit Futtermittelallergien stehen vor besonderen Herausforderungen. So schneiden die drei Methoden ab:
| Allergie-Kriterium | Nassfutter | Trockenfutter | BARF |
|---|---|---|---|
| Monoprotein-Verfügbarkeit | ⭐ Sehr gut (viele Sorten) | Gut (wachsend) | ⭐ Maximum (frei wählbar) |
| Eliminationsdiät-tauglich | ⭐ Ja (Monoprotein-Dose) | Bedingt (Kreuzkontamination möglich) | ⭐ Ja (volle Kontrolle) |
| Getreidefrei | ⭐ Viele Optionen | Wachsend, aber oft Kartoffel/Erbse statt Getreide | ⭐ Natürlich getreidefrei |
| Für Anfänger machbar? | ⭐ Ja | ⭐ Ja | Nur mit Beratung |
Empfehlung bei Allergien: Starte die Ausschlussdiät mit hypoallergenem Nassfutter (Monoprotein) – das ist am einfachsten und sichersten. Wenn die Allergenquellen identifiziert sind, kannst du auf normales Nassfutter mit geeigneter Proteinquelle umsteigen oder bei Bedarf auf BARF wechseln. Mehr dazu in unserem Ratgeber zu hypoallergenem Hundefutter.
Fütterung nach Lebensphase
| Lebensphase | Empfehlung | Begründung |
|---|---|---|
| Welpe (bis 12 Monate) | Nassfutter + wenig Trockenfutter | Hohe Verdaulichkeit, Feuchtigkeit, leicht zu kauen |
| Junghund (1–2 Jahre) | Mischfütterung 50/50 | Hoher Energiebedarf, Zahnwechsel abgeschlossen |
| Erwachsener Hund | Mischfütterung oder Nassfutter pur | Beides funktioniert – nach Vorliebe und Budget |
| Senior (ab 7–10 Jahre) | Nassfutter dominant (70–80 %) | Zahnprobleme, weniger Durst, leichtere Verdauung |
| Allergiker | Monoprotein-Nassfutter | Einfachste Zutatenkontrolle |
| Aktiver/Arbeitshund | Trockenfutter dominant + Nassfutter-Topping | Hohe Energiedichte, einfach zu transportieren |

Kosten-Vergleich: Was kostet die Fütterung wirklich?
Die monatlichen Futterkosten variieren stark – nach Hundegewicht, Futterqualität und Fütterungsmethode. Hier ein realistischer Vergleich für Premium-Qualität:
| Hundegröße | Nassfutter/Monat | Trockenfutter/Monat | BARF/Monat | Mischfütterung/Monat |
|---|---|---|---|---|
| Klein (2–5 kg) | 30–60 € | 15–35 € | 40–80 € | 25–50 € |
| Mittel (10–20 kg) | 60–120 € | 30–70 € | 80–150 € | 50–90 € |
| Groß (25–40 kg) | 120–200 € | 50–100 € | 150–250 € | 80–150 € |
Spartipp: Ein Hundefutter-Abo spart bei Dogs Supreme 20 % auf jede Lieferung – das reduziert die monatlichen Kosten für Nassfutter erheblich und macht die Qualitätslücke zum Trockenfutter deutlich kleiner.
Futterumstellung: Von einer Methode zur anderen
Ob du von Trockenfutter auf Nassfutter wechselst, eine Mischfütterung einführst oder BARF ausprobieren möchtest – jede Umstellung braucht Zeit. So machst du es richtig:
| Umstellung | Dauer | Besondere Tipps |
|---|---|---|
| Trockenfutter → Nassfutter | 5–7 Tage | Meist problemlos, da höhere Akzeptanz. Stuhlkonsistenz wird weicher. |
| Nassfutter → Trockenfutter | 7–14 Tage | Langsam mischen. Trinkmenge steigern! Kroketten anfangs einweichen. |
| Fertigfutter → BARF | 14–21 Tage | Langsam starten mit leicht verdaulichem Fleisch (Huhn/Pute). Knochen erst nach 2–3 Wochen. |
| Einführung Mischfütterung | 5–7 Tage | Nass und Trocken in getrennten Mahlzeiten oder gemischt – beides funktioniert. |
Grundregel: Beobachte während jeder Umstellung den Kot (sollte fest und geformt bleiben), die Energie (sollte stabil bleiben) und die Akzeptanz (sollte nicht dauerhaft verweigert werden). Bei Durchfall, Erbrechen oder Verweigerung über 2 Tage: einen Schritt zurück und langsamer umstellen.
Rasseempfehlungen: Welche Fütterung für welche Rasse?
| Rasse | Empfehlung | Grund |
|---|---|---|
| Chihuahua | Nassfutter 70 % + Mini-TF 30 % | Hypoglykämie-Risiko, winziges Maul, Zahnprobleme |
| Mops | Nassfutter pur oder 70/30 Mix | Übergewichts-Tendenz, BOAS, Allergien häufig |
| Französische Bulldogge | Nassfutter 70 % + Kroketten 30 % | Blähungen bei Trockenfutter, Allergien häufig |
| Dackel | Mischfütterung 50/50 | Gewichtskontrolle (IVDD!), kaufreudig |
| Labrador/Golden Retriever | Trockenfutter 60 % + Nassfutter 40 % | Große Fressmengen, Kostenkontrolle, kauen gern |
| Deutscher Schäferhund | Nassfutter 50 % + TF 50 % oder BARF | Empfindlicher Magen, braucht hochverdauliches Futter |
Nahrungsergänzungen: Was wirklich sinnvoll ist
Unabhängig von der Fütterungsmethode stellt sich oft die Frage nach Supplements. Die Wahrheit: Bei einem hochwertigen Alleinfutter (Nass oder Trocken) braucht ein gesunder Hund in der Regel keine Nahrungsergänzungen. Bei BARF sind Supplemente dagegen Pflicht, um Mängel zu vermeiden.
| Supplement | Wann sinnvoll? | Bei welcher Fütterung? |
|---|---|---|
| Omega-3-Fettsäuren (Lachsöl) | Fell-/Hautprobleme, Gelenkerkrankungen, Allergien | Alle – auch bei Fertigfutter sinnvoll |
| Glucosamin/Chondroitin | Gelenkprobleme, große Rassen, Senioren | Alle – besonders bei Gelenkbelastung |
| Probiotika | Nach Antibiotika, Durchfall, Futterumstellung | Alle – temporär |
| Vitamin D | Nur bei nachgewiesenem Mangel (Blutbild!) | Vor allem BARF – im Fertigfutter enthalten |
| Calcium | Welpen großer Rassen, BARF ohne Knochen | BARF – Pflicht! Im Fertigfutter enthalten. |
| Bierhefe | Stumpfes Fell, B-Vitamin-Mangel | Alle – als Kur |
Warnung: Überdosierung von fettlöslichen Vitaminen (A, D, E, K) kann bei Hunden toxisch wirken. Supplementiere nie auf Verdacht – lass beim Tierarzt ein Blutbild machen, bevor du eigenständig Vitamine oder Mineralstoffe ergänzt. Bei BARF ist eine professionelle Rationsberechnung der beste Schutz vor Über- und Unterversorgung.
Selbstkochen: Die vergessene vierte Option
Neben Nassfutter, Trockenfutter und BARF gibt es noch das Selbstkochen – gekochtes Fleisch mit Gemüse, Reis und Supplements. Es kombiniert die Zutatenkontrolle von BARF mit dem hygienischen Vorteil des Erhitzens.
Vorteile gegenüber BARF
- Kein Salmonellen-Risiko durch Erhitzen
- Sicherer für Haushalte mit Kindern oder Immungeschwächten
- Weichere Konsistenz – ideal für Senioren und Hunde mit Zahnproblemen
- Kein Knochensplitter-Risiko
Nachteile gegenüber BARF
- Durch Erhitzen gehen hitzeempfindliche Enzyme und manche Vitamine verloren
- Genauso zeitaufwändig wie BARF
- Supplementierung trotzdem nötig (Calcium, Jod, Vitamin D)
- Kein natürlicher Zahnreinigungseffekt durch rohe Knochen
Selbstkochen eignet sich für: Hunde mit multiplen Allergien, die keine passenden Fertigfutter-Optionen finden; Senioren mit Zahnproblemen, die weiches Futter brauchen; und Halter, die rohes Fleisch im Haushalt vermeiden wollen. Auch hier gilt: Eine professionelle Rationsberechnung ist Pflicht.
5 Mythen über Hundeernährung
| Mythos | Fakt |
|---|---|
| „Trockenfutter ist automatisch besser für die Zähne" | Der Zahnreinigungseffekt ist minimal. Viele Hunde schlucken Kroketten unzerkaut. Zähneputzen bleibt der Goldstandard. |
| „BARF ist immer besser als Fertigfutter" | Nur wenn die Ration korrekt berechnet ist. Studien zeigen, dass über 80 % der selbst zusammengestellten BARF-Rationen Nährstoffmängel aufweisen. |
| „Nassfutter hat weniger Protein" | Falsch – in der Trockensubstanz hat gutes Nassfutter oft mehr Protein als Trockenfutter. Der Unterschied entsteht durch den hohen Wasseranteil. |
| „Getreidefrei ist immer besser" | Nicht unbedingt. Nur bei nachgewiesener Getreideallergie ist getreidefrei nötig. Reis und Hafer sind gut verträgliche Kohlenhydratquellen für die meisten Hunde. |
| „Man darf Nass- und Trockenfutter nicht mischen" | Absoluter Mythos. Mischfütterung ist sogar empfehlenswert und wird von vielen Tierärzten aktiv empfohlen. Auf die Gesamtkalorien achten – das ist alles. |
Futter-Abo: 20 % sparen auf jede Lieferung
Nassfutter und Trockenfutter bequem nach Hause – automatisch, flexibel, ohne Vertrag.
Futter-Abo starten →Futter richtig lagern: So bleibt die Qualität erhalten
Die beste Futterqualität nützt nichts, wenn die Lagerung nicht stimmt. Falsche Aufbewahrung führt zu Nährstoffverlust, Ranzigwerden von Fetten und im schlimmsten Fall zu Schimmelbildung. Hier die wichtigsten Regeln nach Futterart:
| Futterart | Ungeöffnet | Geöffnet | Wichtige Tipps |
|---|---|---|---|
| Nassfutter (Dose) | Kühl und dunkel, 2–3 Jahre | Kühlschrank, 24–48 h | In Glas- oder Keramikdose umfüllen (Metalldosen oxidieren). Vor dem Füttern auf Zimmertemperatur bringen. |
| Trockenfutter | Kühl und trocken, 12–18 Monate | Verschlossen, 4–6 Wochen | Im Originalbeutel lassen und diesen in eine Dose stellen. Nie feucht werden lassen – Schimmelgefahr! |
| BARF (Rohfleisch) | Tiefgekühlt bei –18 °C, 3–6 Monate | Kühlschrank, 24 h | Im Kühlschrank auftauen (nicht bei Raumtemperatur!). Napf nach jeder Mahlzeit heiß abspülen. |
Praktischer Tipp für kleine Rassen: Wenn dein Chihuahua oder Yorkshire Terrier nur wenig Nassfutter pro Mahlzeit frisst, portioniere angebrochene Dosen sofort in Eiswürfelformen und friere sie ein. So hast du immer frische, perfekt portionierte Mahlzeiten und kein Futter verdirbt im Kühlschrank. Ein Futter-Abo mit regelmäßiger Lieferung sorgt zusätzlich dafür, dass du nie zu viel auf Vorrat kaufen musst.
Speziell für Yorkshire Terrier haben wir einen eigenen Ernährungs- und Pflege-Ratgeber: Yorkshire Terrier Ernährung & Pflege 2026.
Häufig gestellte Fragen
Was ist besser: Nassfutter oder Trockenfutter?
Beides hat Vor- und Nachteile. Nassfutter punktet bei Feuchtigkeit, Akzeptanz und Verdaulichkeit. Trockenfutter ist praktischer, günstiger und unterstützt die Zahnpflege. Die ideale Lösung für die meisten Hunde: Mischfütterung aus beiden, wobei das Verhältnis von Rasse, Alter und Gesundheitszustand abhängt.
Ist BARF wirklich gesünder als Fertigfutter?
Nicht automatisch. BARF kann sehr gesund sein – wenn die Ration professionell berechnet ist. Studien zeigen aber, dass über 80 % der selbst zusammengestellten BARF-Rationen Nährstoffdefizite aufweisen. Hochwertiges Fertigfutter mit offener Deklaration und hohem Fleischanteil ist für die meisten Hunde eine sichere und gute Wahl.
Kann man Nassfutter und Trockenfutter mischen?
Ja, absolut. Mischfütterung ist sogar empfehlenswert und wird von Tierärzten häufig empfohlen. Du kombinierst die Vorteile beider Futterarten: Feuchtigkeit und Akzeptanz vom Nassfutter plus Zahnpflege und Praktikabilität vom Trockenfutter. Wichtig: Die Gesamtkalorien beider Futterarten zusammenrechnen.
Wie vergleiche ich Nassfutter und Trockenfutter richtig?
Immer über die Trockensubstanz vergleichen, nicht über die Etikettenangaben. Nassfutter hat 70–80 % Wasser, daher wirken die Nährstoffwerte optisch niedriger. Rechne den Nährstoffgehalt durch (100 % – Feuchtigkeitsgehalt) × 100, um die echten Werte zu erhalten.
Wie viel kostet die monatliche Fütterung?
Bei einem mittelgroßen Hund (10–20 kg) in Premium-Qualität: Nassfutter 60–120 €, Trockenfutter 30–70 €, BARF 80–150 €, Mischfütterung 50–90 € pro Monat. Ein Futter-Abo spart 20 % pro Lieferung.
Welche Fütterung ist am besten für Allergiker-Hunde?
Für die Eliminationsdiät ist Monoprotein-Nassfutter am einfachsten und sichersten – eine Proteinquelle, eine Kohlenhydratquelle, fertig. BARF bietet maximale Zutatenkontrolle, erfordert aber Ernährungswissen. Bei Trockenfutter besteht höheres Risiko für Kreuzkontamination in der Produktion.
Fazit: Es gibt nicht die eine perfekte Fütterung
Die beste Fütterungsmethode ist diejenige, die zu deinem Hund und zu deinem Alltag passt. Ein hochwertiges Fertigfutter (Nass, Trocken oder beides) deckt alle Nährstoffbedürfnisse ab, ist sicher und praktisch. BARF und Selbstkochen bieten maximale Kontrolle, erfordern aber fundiertes Wissen und deutlich mehr Zeitaufwand.
Unsere Empfehlung für die Mehrheit der Hundehalter: Mischfütterung aus hochwertigem Nassfutter und Trockenfutter. So kombinierst du hohe Akzeptanz und Feuchtigkeit mit Zahnpflege und Praktikabilität. Achte auf offene Deklaration, hohen Fleischanteil und keine überflüssigen Zusatzstoffe – dann machst du nichts falsch.
Und egal welche Methode du wählst: Regelmäßige Gewichtskontrolle, angepasste Fütterungsmengen und ein jährlicher Gesundheitscheck beim Tierarzt sind die Basis für ein langes, gesundes Hundeleben. Starte am besten mit einem hochwertigen Alleinfutter und passe die Fütterung anhand der Reaktion deines Hundes an – denn am Ende entscheidet nicht die Theorie, sondern wie dein Hund mit seinem Futter aussieht, sich bewegt und wie sein Fell glänzt.
Du möchtest sparen, ohne bei der Qualität Kompromisse zu machen? Mit einem Futter-Abo bekommst du 20 % Rabatt auf jede Lieferung – und dein Hund hat immer frisches Futter im Haus.
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