Gereiftes Nassfutter: Fermentation beim Hundefutter erklärt
Gereiftes Nassfutter wird durch kontrollierte Milchsäuregärung haltbar gemacht statt durch Hocherhitzung. Bei der Dosen-Sterilisation (rund 121 Grad) kann bis zu 61,8 Prozent des verfügbaren Lysins chemisch gebunden werden (van Rooijen et al. 2013). Das fermentierte Futter von Dogs Supreme entsteht nach einem patentierten Verfahren (EP 4 014 751) ohne diesen Hitzeschritt.
Auf der Zutatenliste steht "gereift" oder "fermentiert", und viele Hundehalter fragen sich, was das eigentlich bedeutet. Ist das nur ein Marketing-Wort? Kurz gesagt: nein. Fermentation ist ein altes, handwerkliches Konservierungs-Verfahren, dasselbe Prinzip, nach dem auch Salami, Sauerkraut oder Kimchi entstehen. Dieser Text erklärt dir, wie es funktioniert, warum es ohne starke Hitze auskommt, und genauso ehrlich, was Fermentation NICHT leistet.
Was "gereift" und "fermentiert" beim Hundefutter bedeuten
Die meisten Nass- und Trockenfutter am Markt werden haltbar gemacht, indem sie stark erhitzt werden: Dosenfutter wird im Autoklav sterilisiert, Trockenfutter bei hohem Druck und hoher Temperatur extrudiert. Hitze tötet Keime ab, das macht das Futter lange lagerfähig, hat aber einen Preis bei hitzeempfindlichen Nährstoffen.
Gereiftes Nassfutter geht einen anderen Weg. Statt Hitze übernehmen Milchsäurebakterien die Konservierung. Sie wandeln Zucker in Milchsäure um und senken so den pH-Wert. In diesem sauren Milieu können sich unerwünschte Keime kaum vermehren, das Futter bleibt stabil, ganz ohne synthetische Konservierungsstoffe. "Gereift" beschreibt dabei die Zeit, die das Fleisch unter kontrollierten Bedingungen bekommt, "fermentiert" das biologische Verfahren dahinter. Es ist also kein neumodischer Trend, sondern dasselbe Handwerk, das Menschen seit Jahrhunderten nutzen, um Lebensmittel ohne Kühlschrank und ohne Konservierungsstoffe haltbar zu machen.

Wie Fermentation funktioniert, erklärt wie vom Metzger
Stell dir vor, wie eine gute Salami entsteht. Kein Kochtopf, keine Fritteuse: Das Fleisch reift mit Hilfe von Milchsäurebakterien. Genau dieses Prinzip steckt hinter dem gereiften Nassfutter. Drei Dinge passieren dabei:
- pH-Absenkung: Die Bakterien bilden Milchsäure, der pH-Wert sinkt. Das konserviert, ganz ohne Zusatzstoff.
- Biopreservation: Das saure Milieu hemmt Verderbniskeime, das Futter bleibt ohne Hitze haltbar.
- Reifung: Während der kontrollierten Reifezeit verändern enzymatische Prozesse Struktur und Aroma, ähnlich wie bei gereiftem Fleisch für den menschlichen Teller, das erst über Tage seinen vollen Geschmack entwickelt.
Der entscheidende Punkt: Die Konservierung passiert über Biologie und Zeit, nicht über einen Hitze-Schock. Das Verfahren braucht dafür Erfahrung und strenge Kontrolle, denn nur wenn pH-Wert und Bedingungen stimmen, ist das Ergebnis sicher und gleichmäßig. Genau deshalb steckt hinter gereiftem Futter ein Handwerk und kein Fließband.
Wichtig und ehrlich: Das ist ein Verfahren, das wir dir transparent zeigen. Welche Schlüsse du daraus für deinen Hund ziehst, bleibt dir und deinem Tierarzt überlassen.
Warum es ohne Hochtemperatur-Schritt auskommt
Der Kern-Unterschied liegt nicht in den Zutaten, sondern im Verarbeitungsweg. Was Hitze mit Futter macht, ist gut untersucht, und zwar auf Kategorie-Ebene, also für die Verfahren allgemein, nicht als Versprechen über ein einzelnes Produkt:
- Bei der Hocherhitzung läuft die sogenannte Maillard-Reaktion ab. Dabei kann ein Teil des verfügbaren Lysins, einer essenziellen Aminosäure, chemisch gebunden werden, in einer kontrollierten Untersuchung bis zu 61,8 Prozent (van Rooijen et al. 2013).
- Thiamin (Vitamin B1) ist hitzeempfindlich; die Sterilisation bei rund 121 Grad senkt es um etwa 30 Prozent (Dainton et al. 2023).
- In einer Analyse von 41 Hundefuttern lag das Maillard-Folgeprodukt Carboxyethyllysin im Nassfutter mehr als viermal so hoch wie in frischem Futter (Kocadagli et al. 2026).
Das gereifte Verfahren kommt ohne diesen Hochtemperatur-Schritt aus. Es geht nicht darum, Dosenfutter schlechtzureden: Sterilisation macht Futter sicher und lange haltbar, das ist ein echter Vorteil. Es geht darum, dass du den Unterschied im Verfahren kennst und selbst entscheidest. Genau diese Zahlen beschreiben übrigens, was beim Erhitzen mit den Nährstoffen passiert, sie sagen nichts darüber aus, ob ein bestimmtes Futter deinem Hund besser bekommt. Diesen Schluss darfst und sollst du selbst ziehen.
Gereiftes Nassfutter im Glas
Fermentiert nach patentiertem Verfahren, voll deklariert, ohne Hochtemperatur-Sterilisation. Hergestellt in der Metzgerei von Metzgermeister Thomas Schurig in Plauen.
Gereifte Sorten ansehen ›Glas oder tiefgekühlt: zwei Linien, ein Verfahren
Das Fermentations-Verfahren steht hinter zwei Produktlinien, die sich im letzten Schritt unterscheiden:
- Gereiftes Nassfutter im Glas: Nach der Reifung im Glas pasteurisiert, also deutlich schonender behandelt als eine im Autoklav retortierte Dose. Praktisch für Vorrat, Reise und portionsgenaue Fütterung kleiner Hunde.
- Tiefgekühlter BARF: Roh und fermentiert, dann bei minus 18 Grad eingefroren, ohne Erhitzen nach der Fermentation. Das ist die schonendste Stufe, weil hier gar kein Hitzeschritt dazukommt. Kontrollierte Fütterungsversuche zeigen für rohe und frische Hundediäten auf Kategorie-Ebene höhere gemessene Protein-Verdaulichkeitswerte als für extrudiertes Trockenfutter (Geary et al. 2024). Was das im einzelnen Hund bedeutet, entscheidet sein Tierarzt.
Beide Linien teilen also dieselbe Idee: Nährstoffe so wenig wie möglich der Hitze aussetzen und stattdessen über Reifung und Kälte arbeiten. Der Unterschied ist vor allem praktisch. Das Glas ist der bequeme Weg für den Alltag und den Vorrat, die Tiefkühlware ist der kompromissloseste Weg für alle, die ihrem Hund möglichst rohnahes Futter geben wollen.
Tiefkühlware hat eigene Spielregeln beim Versand (Kühlkette, Mindestmenge, gesonderte Versandkosten). Das kommunizieren wir auf den jeweiligen Produktseiten offen, damit es am Ende keine Überraschung gibt.
Das patentierte Verfahren: nachprüfbar, nicht behauptet
Hinter dem gereiften Futter steht kein Konzern und keine Hochdruck-Fabrik, sondern ein Metzgermeister: Thomas Schurig aus Plauen. Sein Fermentations-Verfahren ist als europäisches Patent eingetragen (EP 4 014 751). Ein Patent ist kein Werbe-Siegel, sondern ein amtlicher, öffentlich einsehbarer Nachweis, dass das Verfahren neu und eigenständig ist. Du kannst es im Patentregister selbst nachschlagen.
Das ist der eigentliche Grund, warum es dieses Futter so nur hier gibt: nicht, weil wir das behaupten, sondern weil das Verfahren geschützt ist. Ein Metzgermeister, der sein eigenes Verfahren entwickelt und patentieren lässt, ist im Hundefutter-Regal die Ausnahme, nicht die Regel. Für dich heißt das vor allem eines: Du kaufst kein anonymes Produkt aus einer fernen Fabrik, sondern Futter mit überprüfbarer Herkunft und einem Menschen, der mit seinem Namen dafür steht.

Was Fermentation NICHT ist (der ehrliche Teil)
Damit es fair bleibt, der Teil, den viele Anbieter weglassen. Fermentiertes Futter ist kein Heilmittel und kein Gesundheitsversprechen. Wir sagen bewusst nicht, dass es deinen Hund "gesünder" oder "vitaler" macht, denn das wäre eine Wirkbehauptung, die wir nicht belegen können und die rechtlich auch nicht zulässig ist.
Zwei konkrete Punkte:
- Nicht automatisch "probiotisch": Ob am Ende lebende Kulturen in nennenswerter Menge enthalten sind, hängt vom genauen Prozess ab und müsste eigens nachgewiesen werden. Wir werben deshalb nicht mit "probiotisch" oder "stärkt die Darmflora". Hinzu kommt: Ein systematischer Review zu Probiotika beim Hund kam zu dem Schluss, dass der Effekt bei akuten Magen-Darm-Problemen begrenzt und möglicherweise klinisch unbedeutend ist (Jensen und Bjornvad 2019).
- Verfahren, kein Wundermittel: Die oben genannten Studien beschreiben, was Hitze mit Nährstoffen macht. Sie beweisen nicht, dass herkömmliches Futter deinen Hund krank macht. Bei gesundheitlichen Fragen ist und bleibt dein Tierarzt die richtige Adresse.
Was wir versprechen, ist schmaler und ehrlicher: ein handwerkliches Verfahren ohne Hocherhitzung, voll deklarierte Zutaten, und volle Transparenz darüber, was drin ist und wie es gemacht wird. Wir finden, das ist mehr wert als ein großes Versprechen, das niemand einlösen kann.
Tiefgekühlter BARF, fermentiert
Roh fermentiert, nicht hocherhitzt, voll deklariert. Versandbedingungen der Kühlware findest du transparent auf jeder Produktseite.
BARF-Sorten ansehen ›Worauf du beim Lesen der Verpackung achten kannst
Ob ein Futter wirklich ehrlich gemacht ist, erkennst du weniger an Werbeworten als an der Zutatenliste. Drei einfache Anhaltspunkte:
- Voll deklariert statt Sammelbegriffe: "Rind 80 Prozent, Rinderherz, Rinderleber" sagt dir genau, was drin ist, "Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse" lässt offen, was genau enthalten ist.
- Eine Proteinquelle: Monoprotein-Sorten enthalten nur eine Fleischart. Kein Allergie-Versprechen, aber nachvollziehbar.
- Verarbeitung benannt: Steht da, wie das Futter haltbar gemacht wird, also gereift, pasteurisiert oder tiefgekühlt? Wer den Verarbeitungsweg offen nennt, macht dir den Vergleich leichter, und genau das kannst du als Halter einfordern.
Diese drei Punkte kosten dich beim nächsten Einkauf nur einen kurzen Blick, sagen aber mehr über ein Futter aus als jedes Werbewort auf der Vorderseite. Dass Menschen wieder bewusster auf Fermentiertes setzen, von Sauerkraut bis Kimchi, ist kein Zufall: Reifung ist ein altes Handwerk, das ohne starke Hitze und ohne künstliche Zusätze auskommt. Beim Hundefutter ist dieser Weg bisher selten, und genau deshalb lohnt sich der genaue Blick auf Verfahren und Zutatenliste, statt sich von der Verpackung leiten zu lassen.
So findet gereiftes Futter den Weg in den Napf
Eine Futterumstellung ist kein Schalter, den man umlegt, sondern ein Übergang über mehrere Tage. Der Verdauungstrakt deines Hundes ist an sein gewohntes Futter angepasst, und das gilt für jeden Wechsel, ob auf gereiftes Nassfutter, auf eine andere Marke oder auf rohes Futter. Bewährt hat sich ein Zeitraum von sieben bis vierzehn Tagen, in dem du den Anteil des neuen Futters Schritt für Schritt erhöhst und den des alten entsprechend senkst. So bekommt der Hund Zeit, sich an die etwas säuerliche Note und die andere Konsistenz zu gewöhnen.
Drei Dinge erleichtern den Start. Erstens beobachtest du in den ersten Tagen Kotbild, Appetit und Allgemeinbefinden, das sind die ehrlichsten Rückmeldungen. Zweitens gehört geöffnetes Glas-Nassfutter in den Kühlschrank und sollte zeitnah verbraucht werden, weil es ohne Hochtemperatur-Sterilisation auskommt und keine ewige Haltbarkeit nach dem Öffnen hat. Drittens taust du Tiefkühlware im Kühlschrank auf und verfütterst sie nach dem Auftauen zeitnah, statt sie bei Zimmertemperatur stehen zu lassen.
Wenn dein Hund eine Vorerkrankung hat, sehr jung oder alt ist oder eine vom Tierarzt verordnete Diät bekommt, besprich die Umstellung vorab mit deiner Tierarztpraxis. Bei einem gesunden Hund ist der schrittweise Wechsel in aller Regel unkompliziert, und du brauchst kein Spezialwissen, nur etwas Geduld, einen wachen Blick auf deinen Hund und im Zweifel ein kurzes Gespräch mit deiner Tierarztpraxis.

Drei hartnäckige Missverständnisse über gereiftes Futter
Weil Fermentation beim Hundefutter noch selten ist, halten sich ein paar Irrtümer. Drei davon räumen wir kurz aus dem Weg, damit du dir ein eigenes, nüchternes Bild machen kannst.
"Fermentiert heißt vergoren oder verdorben." Das Gegenteil ist der Fall. Die kontrollierte Milchsäuregärung ist ein gerichteter Prozess, bei dem erwünschte Bakterien das Milieu so verändern, dass Verderbniskeime gerade keine Chance bekommen. Verdorben ist Futter, das unkontrolliert von den falschen Mikroorganismen zersetzt wird, das ist das genaue Gegenstück zur gezielten Fermentation.
"Gereift ist nur ein anderes Wort für roh." Auch das stimmt nicht. Roh beschreibt den Zustand des Fleisches, gereift den Verarbeitungsweg. Tiefgekühlter BARF ist roh und fermentiert, das gereifte Glas-Nassfutter ist fermentiert und danach pasteurisiert, also nicht mehr roh. Zwei verschiedene Dinge, die oft in einen Topf geworfen werden.
"Das ist Spezialfutter für kranke Hunde." Nein. Gereiftes Nassfutter ist Alltagsfutter für gesunde Hunde, kein Diätfutter und kein Medizinprodukt, sondern schlicht ein anderer Weg, Futter haltbar zu machen. Ob es für einen Hund mit Vorerkrankung passt, ist eine Frage für die Tierarztpraxis, nicht für die Verpackung. Genauso wenig ist es ein Luxusprodukt nur für besondere Anlässe. Wie oft und wie viel davon in den Napf kommt, richtet sich nach Größe, Alter und Aktivität deines Hundes, nicht nach einem vermeintlichen Sonderstatus, den dieses Futter schlicht nicht hat.
Quellen & rechtliche Hinweise
Wissenschaftliche Quellen
van Rooijen et al. 2013. Nutrition Research Reviews. doi.org/10.1017/S0954422413000103
Dainton et al. 2023. Front. Vet. Sci.. doi.org/10.3389/fvets.2023.1175819
Kocadagli et al. 2026. J. Anim. Physiol. Anim. Nutr.. doi.org/10.1111/jpn.70053
Geary et al. 2024. doi.org/10.1093/tas/txae163
Jensen und Bjornvad 2019. Journal of Veterinary Internal Medicine. doi.org/10.1111/jvim.15554
Rechtliche Hinweise
Dieser Artikel ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei gesundheitlichen Beschwerden, Vorerkrankungen oder besonderer Diät deines Hundes wende dich an deine Tierarztpraxis.
Die genannten Studien beschreiben Verfahren und Inhaltsstoffe auf Kategorie-Ebene und sind keine Wirkversprechen für ein bestimmtes Produkt (VO 767/2009 Art. 11 und 13).
Häufig gestellte Fragen.Alle Antworten auf einen Blick.







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