02. Juni 2026

Innereien beim BARF richtig aufteilen: Leber, Niere, Milz und mehr

14 Min. Lesezeit
Australian Shepherd neben Leber, Niere, Milz und Lunge in heller moderner Küche.

Innereien beim Barfen sind unverzichtbar, weil sie Nährstoffe liefern, die reines Muskelfleisch nicht abdecken kann; der Innereienblock besteht aus sekretorischen Organen wie Leber, Niere und Milz, während Herz und Magen in den meisten BARF-Konzepten als Muskelfleisch zählen, und die wichtigste Einzelregel ist: Leber ist Pflicht, aber mengenbegrenzt.

Wer anfängt, seinen Hund zu barfen, stößt schnell auf das 80/10/10-Prinzip. Achtzig Prozent Muskelfleisch und Knochen, zehn Prozent Innereien, zehn Prozent Knochen oder eine andere Calciumquelle, je nach Schule unterschiedlich aufgeteilt. So weit so bekannt. Aber dann beginnen die Fragen: Was zählt überhaupt als Innereie? Ist Herz eine Innereie oder Muskelfleisch? Wie viel Leber ist zu viel? Und wie teile ich die Innereien sinnvoll auf, ohne einzelne Organe zu überdosieren? Dieser Ratgeber beantwortet genau das, Schritt für Schritt.

Was sind Innereien beim Barfen: die wichtige Unterscheidung

Im Alltag werden "Innereien" oft als Sammelbegriff für alles verwendet, was nicht zum Muskel gehört. In der BARF-Praxis ist eine präzisere Unterscheidung hilfreich, weil sie direkte Konsequenzen für die Rationszusammenstellung hat.

Innereien im BARF-Kontext meint in der Regel sekretorische Organe, also Drüsenorgane, die aktiv Stoffe produzieren, speichern oder ausscheiden. Diese Organe haben ein anderes Nährstoffprofil als Muskeln: Sie sind in der Regel konzentrierter in bestimmten Vitaminen, Mineralstoffen und anderen Verbindungen. Dazu gehören:

  • Leber: das zentrale Organ des Innereienblocks, besonders reich an verschiedenen Vitaminen und Spurenelementen, darunter Vitamin A in hoher Konzentration.
  • Niere: ebenfalls ein Drüsenorgan mit einem anderen, ergänzenden Nährstoffprofil als Leber.
  • Milz: häufig vergessen, aber als Bestandteil eines rotierten Innereienblocks wertvoll.
  • Lunge: leichter und weniger intensiv als Leber oder Niere, gut als Einstiegsinnereie bei empfindlichen Hunden.
  • Bauchspeicheldrüse: selten, aber verfügbar bei spezialisierten BARF-Händlern.
  • Thymusdrüse (auch Bries genannt): besonders beim Kalb erhältlich, zart und gut verträglich.

Und dann gibt es Organe, die anatomisch "innen liegen", aber in den meisten BARF-Konzepten nicht dem Innereienblock zugerechnet werden:

  • Herz: besteht aus Herzmuskelgewebe und hat keine Drüsenfunktion. Es wird in den meisten BARF-Konzepten als Muskelfleisch gerechnet, nicht als Drüseninnereie.
  • Magen (Pansen, Blättermagen): Ebenfalls Muskelgewebe, nämlich die Wand des Verdauungsorgans, kein Drüsenorgan.
  • Lunge: Je nach BARF-Schule landet sie zwischen den Kategorien. Einige Konzepte zählen sie als leichte Innereie, andere behandeln sie als Grenzfall zwischen Muskel und Drüse. Wer auf der sicheren Seite sein will, nimmt sie in den Innereienblock auf und plant Leber und Niere trotzdem separat.

Diese Unterscheidung ist nicht nur akademisch. Wenn du Herz fälschlicherweise als Innereie einrechnest und deswegen weniger Leber oder Niere gibst, fehlt dir echtes Drüsenorgan in der Ration. Das Prinzip: Herz und Pansen sind wertvolle Zutaten, aber sie ersetzen keine Drüseninnereien.

Leber, Niere, Milz und Lunge auf Schneidebrett in heller Küche.

Der Innereienblock im Überblick

Die folgende Tabelle zeigt, welche Organe zum Innereienblock zählen, welche Rolle sie in der Ration spielen und worauf du bei ihrer Verwendung achten solltest:

Organ Einstufung Rolle im Innereienblock Besonderheit
Leber (Rind, Lamm, Geflügel) Sekretorisches Organ Kernelement, oft mengenstärkste Innereie Hoher Vitamin-A-Gehalt, mengenbegrenzt einplanen
Niere (Rind, Lamm) Sekretorisches Organ Ergänzt Leber, andere Nährstoffkombination Intensiver Eigengeruch, für die meisten Hunde gut verträglich
Milz (Rind, Schwein) Sekretorisches Organ Wertvolle Rotationsinnereie, ergänzt Leber und Niere Reich an Eisen, im Handel seltener als Leber und Niere
Lunge (Rind, Lamm) Sekretorisches Organ (oft Grenzfall) Gute Einstiegsinnereie, leichter verträglich Geringer Fettgehalt, sehr leichte Konsistenz
Bauchspeicheldrüse (Rind) Sekretorisches Organ Seltene, aber wertvolle Ergänzung bei verfügbarer Quelle Enzymatisch aktiv im frischen Zustand, bei spezialisierten Händlern erhältlich
Herz (Rind, Geflügel) Muskelfleisch (keine Drüsenfunktion) Zählt nicht zum Innereienblock, sondern zum Muskelanteil Proteinreich, preiswert, ersetzt keine Drüseninnereie
Pansen / Magen (Rind) Magenmuskelwand Zählt je nach Schule zum Muskelfleisch oder zu einer eigenen Kategorie Ersetzt keine Drüseninnereie, gut verträglich und günstig

Die Tabelle macht deutlich: Der nutzbare Innereienblock beim Barfen ist kleiner als oft gedacht, wenn man Herz und Magen korrekt herausrechnet. Leber, Niere und Milz sind die verlässlichsten Kernbestandteile. Lunge und Bauchspeicheldrüse sind sinnvolle Ergänzungen, aber nicht überall gleich gut verfügbar.

Leber: Pflicht und Begrenzung in einem

Kein anderes Organ beim Barfen wird so kontrovers diskutiert wie die Leber. Einige BARFer schwören darauf, sie täglich in die Ration zu geben. Andere berichten, dass ihre Hunde bei zu viel Leber sofort weichen Kot bekommen. Beide Beobachtungen haben ihre Berechtigung, und sie zeigen genau das Spannungsfeld, in dem Leber steht.

Warum ist Leber so wichtig? Die Leber ist ein Speicher- und Verarbeitungsorgan, das in der Ration Nährstoffe liefert, die kein anderes Muskelfleisch in dieser Konzentration enthält. Wer eine Rohration ganz ohne Leber zusammenstellt, riskiert deshalb eine einseitige Nährstoffversorgung.

Warum ist sie mengenbegrenzt? Leber enthält Vitamin A in hoher Konzentration. Vitamin A ist fettlöslich und wird im Körper, vor allem in der Leber des Hundes selbst, gespeichert. Anders als wasserlösliche Vitamine wird überschüssiges Vitamin A nicht einfach ausgeschieden. Bei dauerhafter Überdosierung über Wochen und Monate kann sich Vitamin A im Körper anreichern. Dieser Zusammenhang ist in der Veterinärernährung bekannt und der Grund, warum sorgfältige BARFer Leber nicht täglich und nicht in unbegrenzter Menge füttern. Das ist keine Panikmache, sondern Mengenverständnis: Leber ist wertvoll, aber nicht in unbegrenzter Menge.

Praktisch bedeutet das: Leber hat einen festen Platz im Innereienblock, aber nicht jeden Tag in großen Portionen. Eine Verteilung über die Woche ist besser als eine tägliche Dauerfütterung. Wie viel konkret? Das hängt vom Gewicht des Hundes, der Gesamtration und den anderen Zutaten ab. Pauschale Grammangaben pro Kilogramm Körpergewicht sind Richtwerte, keine verbindlichen Formeln. Wer eine präzise Ration für seinen Hund aufbauen will, ist mit einer tierärztlichen Ernährungsberatung gut beraten.

Nochmals explizit: Wir nennen hier Vitamin A als bekannte Nährstoff-Tatsache und Begründung für die Mengenbegrenzung. Heilaussagen oder Organwirkungsversprechen machen wir an dieser Stelle nicht.

Niere: der unterschätzte Partner der Leber

Niere ist die zweithäufigste Innereie im BARF-Plan und sie verdient mehr Aufmerksamkeit als sie oft bekommt. Viele BARFer greifen ausschließlich auf Leber als Innereienquelle zurück und ergänzen nichts weiter. Das ist zwar besser als gar keine Innereien, aber es lässt ein sinnvolles Ergänzungspotenzial ungenutzt.

Niere und Leber haben überlappende, aber nicht identische Nährstoffprofile. Wer beide im Innereienblock rotiert, schöpft eine breitere Nährstoffbasis ab als mit einer Sorte allein. Das ist der Kerngedanke hinter der Innereien-Rotation: nicht Maximierung einer einzigen Quelle, sondern Abwechslung als Strategie.

Praktische Punkte zur Niere:

  • Rinderniere ist die am häufigsten angebotene Variante im BARF-Handel, gut verfügbar und preiswert. Wer Lamm oder Geflügel als Tierart nutzt, kann auch dort auf die Niere zurückgreifen, wenn der Anbieter sie führt.
  • Der Eigengeruch von roher Niere ist intensiv. Viele Hundehalter empfinden ihn als deutlich stärker als den von Leber. Das ist kein Zeichen für schlechte Qualität, sondern das natürliche Merkmal dieses Organs.
  • Niere sollte nicht als alleinige Innereienquelle eingesetzt werden. Sie ergänzt Leber, ersetzt sie aber nicht.
  • Für die Eingewöhnung gilt wie bei allen neuen Zutaten: kleine Mengen zu Beginn, Beobachtung über einige Tage, schrittweise Steigerung wenn alles gut verläuft.

Milz, Lunge und weitere Organe: Vielfalt im Innereienblock

Leber und Niere bilden das Grundgerüst des Innereienblocks. Milz, Lunge und andere Organe kommen als Ergänzung hinzu, wenn sie verfügbar sind. Für einen gut rotierten Innereienblock sind sie wertvoll, aber sie sind keine Pflichtbestandteile, wenn Leber und Niere regelmäßig eingesetzt werden.

Milz: Ein eisenreiches Organ, das im Handel seltener angeboten wird als Leber und Niere. Wer Zugang zu Milz hat, kann sie gut in die Innereienrotation aufnehmen. Für Hunde, die gut auf Rind reagieren, ist Rindermilz eine unkomplizierte Option. Milz von Schwein ist ebenfalls erhältlich.

Lunge: Besonders für BARFer interessant, die gerade anfangen oder deren Hunde empfindlich auf intensivere Innereien reagieren. Lunge ist in der Konsistenz leicht und porös, der Geruch ist milder als bei Leber oder Niere. Als Einstiegsinnereie für die Umstellungsphase hat sie sich bewährt. Wer Lunge als Teil des Innereienblocks einrechnet, sollte sicherstellen, dass sie nicht Leber und Niere vollständig verdrängt.

Bauchspeicheldrüse: Selten im Handel, aber bei spezialisierten BARF-Anbietern teilweise erhältlich. Als gelegentliche Ergänzung sinnvoll, aber keine Pflichtkomponente.

Thymusdrüse (Bries vom Kalb): Zart, gut verträglich, aber sehr selten und saisonal begrenzt verfügbar. Wer Zugang hat, kann sie gelegentlich einbauen.

Das Prinzip für alle Organe jenseits von Leber und Niere: Sie bereichern den Innereienblock durch Vielfalt, sie ersetzen aber nicht die Basis. Wer keinen Zugang zu Milz oder Lunge hat, muss sich keine Sorgen machen, solange Leber und Niere regelmäßig eingesetzt werden.

Innereien von verschiedenen Tierarten: Rotation auf zwei Ebenen

Rotation beim Barfen meint nicht nur Wechsel zwischen verschiedenen Organarten, sondern auch den Wechsel zwischen Tierarten. Rinderleber, Geflügelleber und Lammleber haben ähnliche, aber nicht identische Profile. Wer beides variiert, Organ und Tierart, baut auf einer besonders breiten Basis.

Praktische Überlegungen zur Tierartenrotation:

  • Geflügelleber (Huhn, Pute) ist preiswert und auch im Supermarkt erhältlich.
  • Lamminnereien, also Lammleber und Lammniere, eignen sich gut für Hunde, die nicht gut auf Rind reagieren. Im spezialisierten BARF-Handel sind sie erhältlich, wenn auch nicht ganz so preisgünstig wie Rinderleber. Wer beim Umstieg auf Lamm bleibt, sollte darauf achten, dass der Rest der Ration ebenfalls Lamm oder eine andere verträgliche Tierart nutzt, damit die Ration konsistent bleibt.
  • Wildfleischinnereien (Reh, Hirsch) stehen nur saisonal zur Verfügung.

Wer grundsätzlich Rinderleber und -niere als Basis verwendet und gelegentlich Geflügelleber einmischt, ist bereits auf einem guten Rotationsweg. Man muss nicht jede Woche eine andere Tierart verwenden, aber der Grundgedanke der Abwechslung gilt auch auf dieser Ebene.

Eingewöhnung: wie du Innereien schrittweise einführst

Für Hunde, die neu aufs Barfen umstellen, oder für Tiere, die bestimmte Innereien noch nicht kennen, ist die Eingewöhnung ein eigenes Thema. Rohe Innereien sind intensiv, sowohl in der Nährstoffkonzentration als auch für den Verdauungstrakt eines ungewohnten Hundes.

Was sich bewährt hat:

  • Innereien nicht am ersten Tag der Umstellung in voller Menge geben. Zunächst mit Muskelfleisch beginnen und Innereien erst nach einigen Tagen einführen.
  • Mit Lunge als erster Innereienquelle beginnen, wenn der Hund empfindlich ist. Dann schrittweise Leber und Niere ergänzen.
  • Kleine Mengen zu Beginn: Lieber zu wenig als zu viel. Weicher Kot oder Durchfall in den ersten Tagen nach der Einführung einer neuen Innereie ist oft vorübergehend, bei anhaltenden Problemen aber ein Signal, die Menge zu reduzieren.
  • Beobachten statt ignorieren: Hunde zeigen deutlich, wenn eine neue Zutat ihren Verdauungstrakt fordert. Ein paar Tage Pause und dann erneuter Versuch mit noch kleinerer Menge ist der richtige Weg.
  • Bei anhaltenden Verdauungsproblemen nach der Einführung von Innereien: Tierarztpraxis einbeziehen.

Die Eingewöhnungsphase insgesamt kann einige Wochen dauern. Das ist normal und kein Zeichen dafür, dass Rohfütterung dem Hund nicht passt. Verdauungssysteme brauchen Zeit, um sich auf neue Futterzusammensetzungen einzustellen.

Hand portioniert Leber, Niere und weitere Innereien für die BARF-Wochenplanung.

Bezug und Lagerung: was du beim Kauf achten solltest

Innereien sind frische oder tiefgekühlte Schlachtnebenprodukte und unterliegen denselben Qualitäts- und Hygieneanforderungen wie rohes Muskelfleisch. Ein paar praktische Punkte beim Kauf:

Frische Innereien vs. tiefgekühlt: Tiefgekühlt ist für die meisten BARFer die praktischere Option, weil sie Lagerung über Wochen erlaubt und die Kühlkette von der Produktion bis zum Kauf in der Regel gut dokumentiert ist. Frische Innereien vom lokalen Schlachter sind eine Option für erfahrene BARFer mit direktem Zugang zu einem verlässlichen Schlachtbetrieb.

Deklaration beim Anbieter: Seriöse BARF-Anbieter geben die Tierart und den Organtyp klar an. Vage Angaben wie "Innereien Mix" ohne weitere Aufschlüsselung machen die Rationszusammenstellung schwierig, weil du nicht weißt, welche Organe in welchem Verhältnis enthalten sind.

Herkunft und EU-Zulassung: Innereien aus EU-zugelassenen Schlachtbetrieben unterliegen lebensmittelrechtlichen Kontrollen. Diese Angabe sollte beim Kauf vorhanden sein.

Lagerung tiefgekühlter Innereien: Kühlkette nicht unterbrechen. Einmal aufgetaute Innereien nicht wieder einfrieren. Auftauen immer im Kühlschrank, nicht auf der Arbeitsfläche bei Zimmertemperatur.

Portionierung: Innereien direkt nach dem Kauf in Wochenportionen aufteilen und einfrieren. So vermeidest du wiederholtes Auftauen und hast jederzeit die richtige Menge griffbereit.

Hygiene beim Umgang mit rohen Innereien

Die Hygieneregeln für rohe Innereien unterscheiden sich nicht von denen für rohes Muskelfleisch. Sie sind aber wichtig genug, um sie explizit zu nennen:

  • Arbeitsflächen, Messer und Schneidebretter nach dem Kontakt mit rohen Innereien heiß reinigen.
  • Hände nach dem Portionieren gründlich waschen.
  • Futternapf nach jeder Innereienmahlzeit reinigen, weil Innereien Rückstände hinterlassen, die sich schnell zersetzen.
  • Kinder und immungeschwächte Personen sollten keinen direkten Kontakt mit rohen Innereien haben.
  • Aufgetaute Innereien möglichst innerhalb von 24 Stunden verbrauchen.

Diese Grundregeln sind beim Barfen allgemeiner Standard und gelten für alle Komponenten, nicht nur für Innereien.

Häufige Missverständnisse beim Innereienblock

In BARF-Foren und Online-Gruppen kursieren einige Aussagen zu Innereien, die eine kurze Einordnung verdienen:

Missverständnis 1: "Herz ist die beste Innereie." Herz ist eine sehr wertvolle Zutat, wird aber in den meisten BARF-Konzepten nicht als Innereie, sondern als Muskelfleisch eingestuft. Es ersetzt keine Drüseninnereie wie Leber oder Niere. Wer Herz in der Ration hat, muss echte Innereien trotzdem separat einplanen.

Missverständnis 2: "Zu viel Leber schadet nicht, Hunde regulieren das selbst." Nein. Fettlösliche Vitamine wie Vitamin A werden nicht einfach ausgeschieden, wenn sie im Überfluss aufgenommen werden. Die Mengensteuerung liegt beim Halter, nicht beim Hund. Das Prinzip Abwechslung und Mengenbegrenzung ist beim Innereienblock besonders wichtig.

Missverständnis 3: "Innereien müssen täglich gefüttert werden." Nein. Innereien müssen über die Woche in der richtigen Gesamtmenge vorhanden sein, aber eine tägliche Gabe ist nicht notwendig. Viele BARFer verteilen Innereien auf zwei bis drei Tage pro Woche und geben an den anderen Tagen ausschließlich Muskelfleisch und Knochen.

Missverständnis 4: "Pansen zählt als Innereie, also kann ich auf Leber verzichten." Nein. Pansen ist Magenmuskelwand, kein Drüsenorgan. Er zählt in den meisten Konzepten nicht zum Innereienblock und ersetzt Leber, Niere oder Milz nicht.

Unsere Einordnung

Der Innereienblock ist beim Barfen der Bereich, der am häufigsten falsch zusammengestellt wird. Nicht weil BARFer keine Mühe geben, sondern weil die Terminologie im Handel und in vielen Online-Quellen unscharf ist. Herz und Pansen werden als "Innereien" verkauft und angepriesen, was aus Produktionssicht korrekt ist, aber für die Rationszusammenstellung irreführend, weil diese Organe die Funktion echter Drüseninnereien nicht erfüllen.

Unsere Haltung ist klar: Leber gehört in jede ausgewogene BARF-Ration. Aber Leber allein ist noch kein vollständiger Innereienblock. Niere als Ergänzung und, wo verfügbar, Milz und Lunge als Rotationsbestandteile bauen auf einer breiteren Basis. Wer ausschließlich Leber als Innereienquelle einsetzt und auf den Rest verzichtet, baut eine Ration mit Lücken.

Die wichtigste Einzelregel beim Innereienblock: Abwechslung ist keine Option, sie ist das Grundprinzip. Das gilt für die Wahl der Organe, für die Wahl der Tierarten und für die Verteilung über die Woche. Eine Ration, die wochenlang dieselbe Innereie in derselben Menge enthält, verfehlt den Kern dessen, was BARF als Ernährungskonzept ausmacht.

Und noch ein Punkt, der selten klar ausgesprochen wird: Der Innereienblock ist der Bereich, bei dem eine fachliche Rückendeckung durch eine tierärztliche Ernährungsberatung am meisten Sinn ergibt. Nicht weil Barfen generell gefährlich ist, sondern weil die Feinabstimmung von Mengen und Zusammensetzungen für den individuellen Hund komplexer ist als das Grundprinzip vermuten lässt. Wer unsicher ist, findet bei [email protected] Ansprechpartner für erste Orientierung.

Den Innereienblock über die Woche praktisch planen

Theorie und Praxis klaffen beim Innereienblock manchmal auseinander. Die folgende Übersicht zeigt, wie sich ein Innereienblock über die Woche verteilen kann. Es ist ein Beispielrahmen, keine starre Vorgabe. Die konkrete Umsetzung hängt vom Hund, seiner Größe, seiner Verträglichkeit und den verfügbaren Zutaten ab.

Grundstruktur einer Wochenplanung:

  • Zwei bis drei Tage pro Woche mit Leber als Innereienquelle. Leber an anderen Tagen weglassen, an Fleisch-only-Tagen keine Innereien.
  • Einen Tag pro Woche mit Niere statt Leber, um die Rotation herzustellen.
  • Milz oder Lunge können gelegentlich einen der Nieren- oder Lebertage ersetzen, wenn verfügbar.
  • Herz und Pansen werden innerhalb des Muskelanteil-Budgets eingeplant, nicht innerhalb des Innereienblocks.

Was diese Planung erleichtert: Innereien direkt nach dem Kauf portionieren und beschriften. Klebezettel oder eine Portionierungsapp helfen dabei, den Überblick zu behalten, was in der aktuellen Woche schon verfüttert wurde. Je nach Größe des Hundes reichen kleine Portionsgrößen aus, und tiefgekühlt vorportionierte Innereien machen den Alltag deutlich einfacher.

Australian Shepherd neben ausgewogener BARF-Mahlzeit mit Innereien in heller Küche.

Zusammenfassung: Das Wichtigste zu Innereien beim Barfen

Innereien sind beim Barfen unverzichtbar, aber der Begriff umfasst in der BARF-Praxis nicht alles, was im Handel als "Innereien" verkauft wird. Drüsenorgane wie Leber, Niere und Milz bilden den Kern des Innereienblocks. Herz und Magen (Pansen) sind in den meisten Konzepten Muskelfleisch und ersetzen keine echten Drüseninnereien.

Leber ist das wichtigste Einzelorgan und Pflichtbestandteil jeder ausgewogenen Rohration. Ihr hoher Vitamin-A-Gehalt ist der Grund, warum sie mengenbegrenzt eingesetzt wird und nicht täglich in beliebiger Menge. Niere ergänzt Leber sinnvoll. Milz, Lunge und andere Organe bereichern den Block durch Vielfalt, sind aber keine Pflichtbestandteile, wenn Leber und Niere regelmäßig vorhanden sind.

Das Grundprinzip für den Innereienblock: Rotation. Verschiedene Organe, verschiedene Tierarten, verteilt über die Woche. Wer dieses Prinzip konsequent umsetzt, baut auf einer deutlich breiteren Nährstoffbasis als mit einer einzigen Innereienquelle. Bei Fragen zur individuellen Ration steht unsere Redaktion unter [email protected] für erste Orientierung zur Verfügung.

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Als Innereien im engeren Sinne gelten beim Barfen sekretorische Organe: also Drüsenorgane, die aktiv Substanzen produzieren oder speichern. Dazu gehören Leber, Niere, Milz, Lunge, Bauchspeicheldrüse und Thymusdrüse. Herz und Magen (zum Beispiel Pansen) werden in den meisten BARF-Konzepten als Muskelfleisch eingestuft, weil sie keine Drüsenfunktion haben, sondern aus Muskelgewebe bestehen. Diese Unterscheidung ist für die Rationszusammenstellung relevant, weil Drüseninnereien ein anderes Nährstoffprofil haben als Muskeln.

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In der verbreiteten 80/10/10-Faustregel als grobe Orientierung machen Innereien etwa zehn Prozent der Gesamtration aus. Innerhalb dieses Blocks setzen viele BARFer Leber als mengenstärkste Einzelinnereie ein, weil sie besonders nährstoffreich ist und Nährstoffe enthält, die andere Organe nicht in gleicher Konzentration liefern. Die übrige Hälfte teilt sich auf weitere Organe wie Niere, Milz und Lunge auf. Diese Angaben sind Richtwerte, keine starren Formeln. Wer unsicher ist, sollte eine tierärztliche Ernährungsberatung einbeziehen.

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Leber enthält unter anderem Vitamin A in hoher Konzentration. Vitamin A ist fettlöslich und kann im Körper gespeichert werden. Bei dauerhafter Überdosierung über Wochen und Monate kann sich Vitamin A anreichern. Deshalb wird Leber mengenbegrenzt eingesetzt: Sie ist Pflichtbestandteil, aber eben nicht die einzige Innereie. Wer Leber täglich in großen Mengen verfüttert, arbeitet gegen das Prinzip der Abwechslung, das beim Barfen die zentrale Grundregel ist.

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Herz wird in den meisten BARF-Konzepten als Muskelfleisch eingestuft, nicht als Innereie. Es besteht aus Herzmuskelgewebe und hat keine Drüsenfunktion. Das hat praktische Konsequenzen: Herz zählt in solchen Konzepten zum Muskelanteil der Ration und nicht zum Innereienblock. Wer Herz in seiner Ration hat, muss trotzdem sicherstellen, dass echte Drüseninnereien wie Leber und Niere separat eingerechnet werden.

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Innereien täglich zu verfüttern ist nicht notwendig. Eine praktische Methode ist die Wochenrotation: An einem oder zwei Tagen in der Woche kommt Leber in die Ration, an anderen Tagen Niere, Milz oder Lunge. So wird der Innereienblock über die Woche ausgeglichen, ohne an einzelnen Tagen zu viel eines einzigen Organs zu geben. Wichtig ist, dass die Gesamtmenge der Innereien pro Woche stimmt, nicht die tagesgleiche Aufteilung.

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Bei empfindlichen Hunden empfiehlt sich eine besonders langsame Einführung von Innereien. Lunge gilt als gut verträgliche Einstiegsinnereie, weil sie leichter und weniger intensiv ist als Leber oder Niere. Leber und Niere können bei ungewohnten Hunden anfangs Durchfall oder weichen Kot verursachen, wenn die Menge zu schnell gesteigert wird. Kleine Mengen zu Beginn und schrittweise Steigerung über mehrere Wochen ist die bewährte Vorgehensweise. Bei anhaltenden Verdauungsproblemen sollte die Tierarztpraxis einbezogen werden.

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