Metzgermeister und Fermentations-Patent: wer hinter diesem Hundefutter steht
Hinter dem gereiften Nassfutter im Glas steht kein Konzern und kein Hochdruck-Autoklav, sondern ein Metzgermeister aus Plauen: Thomas Schurig. Sein Fermentations-Verfahren ist als europäisches Patent eingetragen (EP 4 014 751), amtlich geprüft und im Patentregister öffentlich nachschlagbar. Was das bedeutet und warum es dieses Futter so nur hier gibt, erklärt dieser Artikel.
Handwerk als Ausgangspunkt
Metzger denken in Zyklen. Nicht in Produktionslinien, sondern in Reifetagen. Wer gelernt hat, wie Fleisch unter kontrollierten Bedingungen seine Textur und seinen Geschmack entwickelt, denkt anders über Haltbarkeit nach als ein Lebensmittelingenieur, der auf Temperatur und Druckanzeige schaut.
Thomas Schurig ist Metzgermeister. Sein Arbeitsalltag bestand jahrelang darin, Fleisch zu reifen, zu fermentieren, die Bedingungen genau zu beobachten und das Verfahren Schritt für Schritt zu verfeinern. Irgendwann stellte er sich die Frage, die viele Hundehalter heute beschäftigt: Warum wird Hundefutter eigentlich so stark erhitzt, wenn es für das menschliche Regal dafür gute Gründe gibt, für den Hund im Napf aber ganz andere Wege möglich wären?
Die Antwort, die er entwickelte, ist heute ein eingetragenes europäisches Patent. Kein Werbesiegel, sondern ein amtlicher, öffentlich einsehbarer Nachweis im europäischen Patentregister. Du kannst es selbst nachschlagen: EP 4 014 751.

Das Problem mit herkömmlichem Futter, sachlich erklärt
Kein gutes Futter verdient es, schlecht geredet zu werden. Hocherhitzte Dose oder extrudiertes Trockenfutter haben echte Vorteile: lange Haltbarkeit, einfache Lagerung, reproduzierbare Produktion in großem Maßstab. Das ist kein Betrug, das ist Lebensmitteltechnologie, die funktioniert.
Aber die Physik des Verfahrens hat Folgen für bestimmte Nährstoffe, und die sind gut untersucht:
- Maillard-Reaktion und Lysin: Bei der Hocherhitzung läuft die Maillard-Reaktion ab. Dabei wird ein Teil des verfügbaren Lysins, einer essenziellen Aminosäure, chemisch gebunden und damit für den Organismus schlechter verfügbar. In einer kontrollierten Untersuchung waren das bis zu 61,8 Prozent des verfügbaren Lysins (van Rooijen et al. 2013).
- Thiamin: Vitamin B1 ist hitzeempfindlich. Die Sterilisation bei rund 121 Grad senkt den Gehalt um rund 30 Prozent (Dainton et al. 2023).
- Carboxyethyllysin (CEL): Eine Analyse von 41 Hundefuttern zeigte, dass Nass- und Dosenfutter das Maillard-Folgeprodukt Carboxyethyllysin in mehr als vierfach höherer Konzentration enthält als frisches Futter (Kocadagli et al. 2026).
Diese Zahlen beschreiben das Verfahren auf Kategorie-Ebene. Sie beweisen nicht, dass Dosenfutter deinem Hund schadet, und sie belegen nicht, dass gereiftes Futter ihn gesünder macht. Das ist eine ehrliche Einschränkung, und sie steht hier absichtlich. Was sie zeigen: Die Hitze verändert bestimmte Moleküle. Wer weniger Hitze einsetzt, braucht dafür einen anderen Weg zur Haltbarkeit.
Das Verfahren: was ein Patent wirklich bedeutet
Ein Verfahrenspatent ist kein Qualitätslabel und kein Preis, den man kaufen kann. Es ist die amtliche Anerkennung, dass ein Verfahren neu und eigenständig ist. Das europäische Patentamt prüft Anmeldungen intensiv: auf Neuheit, auf erfinderische Höhe und auf gewerbliche Anwendbarkeit. Erst wenn alle drei Hürden genommen sind, wird das Patent erteilt.
Das Verfahren von Thomas Schurig trägt die Nummer EP 4 014 751. Erteilt am 28. Mai 2025. Es ist im Espacenet, der öffentlichen Datenbank des Europäischen Patentamts, frei einsehbar. Du musst keinem Werbetext glauben, du kannst es nachschlagen.
Was ist patentiert? Das Fermentations-Verfahren selbst, nicht ein bestimmtes Produkt oder eine Zutat. Die Art und Weise, wie Fleisch unter kontrollierten Bedingungen gereift wird, wie pH-Wert, Temperatur und Reifedauer aufeinander abgestimmt werden und wie das Ergebnis ohne Hochtemperatur-Sterilisation haltbar bleibt. Das ist der Kern der Erfindung.
Milchsäurebakterien senken durch Gärung den pH-Wert und bilden natürliche antimikrobielle Verbindungen. Dasselbe Prinzip, nach dem Salami, Sauerkraut und Kimchi seit Jahrhunderten haltbar gemacht werden. Der Unterschied ist, dass hier ein Metzgermeister dieses Prinzip konsequent auf Hundefutter übertragen, kontrollierbar gemacht und amtlich schützen lassen hat.
Ein konkreter Verfahrensfakt, der kein Wirkversprechen ist: Das fermentierte Futter kommt ohne Hochtemperatur-Sterilisation aus. Keine Retortierung, kein Autoklav. Das Glas-Nassfutter wird danach pasteurisiert, also deutlich schonender behandelt als eine im Autoklav retortierte Dose.
Was das für den Hund bedeutet: Verfahren, nicht Wirkung
Hier kommt der Teil, den viele Futter-Anbieter weglassen, weil er das große Versprechen kleiner macht. Wir lassen ihn nicht weg.
Ein patentiertes Fermentations-Verfahren ist ein Prozess. Es sagt dir, wie das Futter hergestellt wird. Es sagt dir nicht, was es in deinem Hund bewirkt. Diese Grenze ziehen wir bewusst, weil es rechtlich so vorgeschrieben ist (VO 767/2009 Art. 11/13), aber vor allem, weil sie sachlich richtig ist.
Was das Verfahren liefert:
- Konservierung ohne Hochtemperatur-Sterilisation, allein durch die biologische pH-Absenkung der Milchsäuregärung.
- Voll deklarierte Zutaten statt Sammelbezeichnungen. Du liest "Rind 80 Prozent, Rinderherz, Rinderleber" und weißt, was im Glas ist, nicht "Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse".
- Eine Fleischquelle pro Sorte.
- Überprüfbare Herkunft: ein Metzgermeister, ein Betrieb, eine Adresse, eine Patentnummer, alles amtlich hinterlegt.
Wer beim Einkauf auf die Zutatenliste schaut statt auf die Verpackungsvorderseite, erkennt den Unterschied schnell: Wer den Verarbeitungsweg offenlegt und Einzelzutaten statt Sammelbegriffe nennt, macht dir den Vergleich leichter. Das ist kein Geheimnis der Premium-Tiernahrung, sondern ein einfacher Qualitätscheck, den du bei jedem Futter anwenden kannst.
Was das Verfahren nicht verspricht: dass dein Hund gesünder, vitaler oder langlebiger wird. Dass es eine bestehende Erkrankung bessert. Dass es besser verdaulich ist als ein anderes Futter. Diese Schlüsse darfst und sollst du mit deinem Tierarzt ziehen, nicht aus diesem Text.
Kontrollierte Futterversuche zeigen für rohe und frische Hundediäten auf Kategorie-Ebene höhere gemessene Protein-Verdaulichkeitswerte als für extrudiertes Trockenfutter (Geary et al. 2024). Das ist ein Befund auf Kategorie-Ebene, kein Produktversprechen für eine bestimmte Sorte oder für deinen Hund im Besonderen.
Gereiftes Nassfutter im Glas
Hergestellt nach dem patentierten Fermentations-Verfahren von Metzgermeister Thomas Schurig (EP 4 014 751). Fermentiert. Nicht hocherhitzt. Voll deklariert.
Gereifte Sorten ansehen ›Warum es dieses Futter so nur hier gibt
Ein Verfahrenspatent schützt die Methode. Kein anderer Hersteller darf dieses spezifische Fermentations-Verfahren ohne Lizenz nutzen, solange das Patent gilt. Das ist kein Marketing-Claim, das ist die Funktion eines Patents.
Das hat eine praktische Konsequenz: Du findest dieses Futter nicht unter anderem Namen in einem anderen Regal. Das Verfahren selbst ist nicht reproduzierbar, ohne das Patent zu verletzen. Was Thomas Schurig entwickelt und patentieren lassen hat, ist exklusiv an das Verfahren gebunden, nicht an eine Marke oder ein Logo.
Das bedeutet für dich als Käufer vor allem eines: Transparenz über Herkunft und Verfahren ist hier keine Behauptung, sie ist strukturell abgesichert. Du kaufst kein anonymes Produkt aus einer Fabrik ohne Adresse, sondern Futter mit einem öffentlich einsehbaren Verfahrensnachweis und einem Menschen, der mit seinem Namen und seinem handwerklichen Ruf dafür einsteht.
Das Verfahren ist dokumentiert, amtlich geprüft und patentrechtlich geschützt. Wer genau dieses Futter sucht, findet es nur hier.

Zwei Produktlinien, ein Verfahren
Das Fermentations-Verfahren steht hinter zwei Linien, die sich im letzten Schritt unterscheiden:
- Gereiftes Nassfutter im Glas: Nach der Fermentation im Glas pasteurisiert, also bei niedrigerer Temperatur und kürzerer Einwirkzeit als eine retortierte Dose. Praktisch für Vorrat, lange haltbar ohne Kühlung, portionsgenau für kleinere Hunde. Keine Kühlkette nötig.
- Tiefgekühlter BARF: Roh fermentiert, dann bei minus 18 Grad eingefroren, ohne jeden Hitzeschritt nach der Fermentation. Die kompromissloseste Variante für Halter, die maximal rohnahes Futter geben wollen. Die Kühlkette muss durchgehend eingehalten werden, das kommunizieren wir auf den Produktseiten offen, weil es am Ende keine Überraschungen geben soll.
Beide Linien teilen dasselbe Fundament: Fermentation statt Hitze als Weg zur Haltbarkeit. Der Unterschied ist praktischer Natur, nicht grundsätzlicher. Welche Linie besser zu deinem Alltag passt, hängt von Lagerkapazität, Hundegewicht und Fütterungsrhythmus ab, nicht von einer Wertung darüber, was "besseres" Futter ist.
Für tiefgekühlten BARF gelten eigene Spielregeln beim Auftauen, Lagern und Verfüttern: wie bei allen rohnahen Produkten ist Hygiene nötig. Das Auftauen im Kühlschrank über Nacht, nicht bei Raumtemperatur, ist der empfohlene Weg. Wer Fragen zur Handhabung hat, findet sie auf der jeweiligen Produktseite oder schreibt uns an.
Tiefgekühlter BARF, fermentiert
Roh fermentiert, kein Hitzeschritt, tiefgefroren. Versandbedingungen der Kühlware findest du transparent auf jeder Produktseite.
BARF-Sorten ansehen ›Die Grenzen und der Tierarzt zuerst
Fermentiertes Futter ist kein Heilmittel. Es ist kein Ersatz für tierärztliche Beratung. Es ist nicht automatisch probiotisch: Ob das Glas-Nassfutter nach der Pasteurisierung noch lebende Kulturen in nennenswerter Menge enthält, ist nicht belegt, und wir werben deshalb nicht mit "probiotisch" oder "Darmflora". Ein systematischer Review zu Probiotika beim Hund kam zu dem Schluss, dass der Effekt bei akuten Magen-Darm-Problemen begrenzt und möglicherweise klinisch wenig relevant ist (Jensen und Bjornvad 2019).
Bei der Umstellung von herkömmlichem auf fermentiertes Futter gilt das, was für jede Futterumstellung gilt: langsam über mehrere Tage anfüttern, den Hund beobachten, bei Unsicherheit den Tierarzt fragen. Hunde reagieren individuell, das ist keine Floskel, sondern ein echtes Argument gegen jedes pauschale Versprechen.
Was wir dir versprechen, ist kleiner und zuverlässiger: ein handwerkliches Verfahren, das du im Patentregister nachschlagen kannst. Voll deklarierte Zutaten, bei denen du nicht raten musst, was gemeint ist. Und volle Transparenz darüber, wie das Futter hergestellt wird, wer es herstellt und wo.
So prüfst du Herkunft und Verfahren selbst
Vertrauen ist gut, Nachprüfen ist besser, und genau das ist hier möglich. Wer wissen will, ob hinter einem Futter wirklich steht, was draufsteht, hat drei nüchterne Werkzeuge in der Hand, die bei jedem Hersteller funktionieren, nicht nur bei diesem.
Erstens das Patentregister. Die Nummer EP 4 014 751 kannst du im Espacenet, der öffentlichen Datenbank des Europäischen Patentamts, eingeben und dir Verfahren, Erteilungsdatum und Inhaber selbst ansehen. Ein echtes Patent ist immer öffentlich, ein erfundenes lässt sich nicht nachschlagen. Zweitens die Zutatenliste. Voll deklarierte Angaben wie "Rind 80 Prozent, Rinderherz, Rinderleber" sind überprüfbar, Sammelbegriffe wie "tierische Nebenerzeugnisse" sind es nicht. Drittens die Herstellerangabe. Ein benannter Metzgermeister mit Betrieb und Adresse in Plauen ist etwas anderes als ein anonymer Markenname ohne Gesicht.
Diese drei Checks kosten dich wenige Minuten und schützen dich vor Werbeworten, die sich nicht belegen lassen. Sie sind kein Gefallen, den ein Hersteller dir tut, sondern dein gutes Recht als Käufer. Genau deshalb legen wir die Angaben offen, statt um sie herumzureden.

Warum ein Handwerksbetrieb hier kein Nachteil ist
Ein einzelner Metzgermeister produziert nicht in den Mengen einer Großanlage. Das klingt erst einmal nach einem Nachteil, ist bei diesem Verfahren aber eher umgekehrt zu sehen. Fermentation lebt von genauer Prozessführung: pH-Wert, Temperatur und Reifezeit müssen stimmen, Charge für Charge. Diese Art von Kontrolle ist in einem überschaubaren Betrieb leichter durchzuhalten als in einer Produktion, die vor allem auf maximalen Durchsatz ausgelegt ist.
Dazu kommt die Verantwortung. Wer mit dem eigenen Namen und der eigenen Meisterqualifikation für ein Produkt steht, hat ein anderes Verhältnis zu dem, was den Betrieb verlässt, als ein Produkt ohne benannte Person dahinter. Das ist keine Garantie und kein Wirkversprechen, sondern schlicht ein nachvollziehbarer Unterschied in der Art, wie hier gearbeitet wird. Du bekommst Futter aus einer Hand, mit einer Adresse und einem Ansprechpartner.
Quellen & rechtliche Hinweise
Wissenschaftliche Quellen
van Rooijen et al. 2013. Nutrition Research Reviews. doi.org/10.1017/S0954422413000103
Dainton et al. 2023. Front. Vet. Sci.. doi.org/10.3389/fvets.2023.1175819
Kocadagli et al. 2026. Journal of Animal Physiology and Animal Nutrition. doi.org/10.1111/jpn.70053
Geary et al. 2024. Translational Animal Science. doi.org/10.1093/tas/txae163
Jensen und Bjornvad 2019. Journal of Veterinary Internal Medicine. doi.org/10.1111/jvim.15554
Rechtliche Hinweise
Dieser Artikel ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei gesundheitlichen Beschwerden, Vorerkrankungen oder besonderer Diät deines Hundes wende dich an deine Tierarztpraxis.
Die genannten Studien beschreiben Verfahren und Inhaltsstoffe auf Kategorie-Ebene und sind keine Wirkversprechen für ein bestimmtes Produkt (VO 767/2009 Art. 11 und 13).
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