Labrador Welpe: Erziehung, Futter & erste Wochen
Was muss ich bei einem Labrador-Welpen in den ersten Wochen beachten? Drei Dinge sind entscheidend: ein ruhiger Rückzugsort, Welpenfutter für große Rassen mit kontrolliertem Calciumgehalt und kurze Trainingseinheiten von maximal 10 Minuten. Labrador Welpen wachsen von 3-5 kg bei Einzug auf bis zu 36 kg, und genau dieses Tempo macht die ersten Wochen zur wichtigsten Phase für Gesundheit, Gelenke und Verhalten.
Unser Test-Labrador-Welpe Theo (14 Wochen, 8,5 kg, schwarzes Fell) hat uns gezeigt, was funktioniert. Und was nicht. Die feuchte Nase an deinem Hosenbein um 5:30 Uhr morgens. Das zufriedene Schmatzen nach der ersten Portion Welpenfutter. Der warme Welpengeruch beim Kuscheln auf dem Sofa. Dafür nimmst du die durchgebissenen Schnürsenkel in Kauf, ehrlich.
Dieser Artikel packt alles zusammen, was du für die Labrador Welpe Erziehung, die richtige Fütterung und die ersten Wochen brauchst. Kein Blabla. Erprobt mit echten Hunden, nicht am Schreibtisch erdacht.
Wann zieht ein Labrador-Welpe ein, und was brauchst du vorher?
Mit 8-10 Wochen. Nicht früher. Die Zeit bei Mutter und Geschwistern ist nicht verhandelbar, sie legt das Fundament für soziales Verhalten. Laut dem VDH (Verband für das Deutsche Hundewesen) dürfen seriöse Züchter Welpen frühestens ab der 8. Lebenswoche abgeben. Ein Labrador Welpe wiegt dann zwischen 3 und 5 kg, je nach Wurf und Elterntiere.
Deine Erstausstattung steht idealerweise schon, bevor die kleine Fellnase einzieht:
- Geschirr statt Halsband. Labrador Welpen zerren, besonders am Anfang. Ein Halsband belastet die empfindliche Halswirbelsäule. Ein gut sitzendes Welpengeschirr verteilt den Druck auf Brust und Schultern.
- Feste Futterschale aus Edelstahl oder Keramik (kein Plastik, das kippt um und nimmt Gerüche an)
- Schlafplatz in einer ruhigen Ecke, keine Durchgangszone, waschbare Decke
- 3-4 Kauspielzeuge aus Naturkautschuk für den Zahnwechsel ab Woche 16
- Leine, 2 Meter, keine Flexi-Leine (du brauchst Kontrolle, keine 8-Meter-Freiheit)
Theo hat am ersten Tag sein Körbchen komplett ignoriert und sich unter den Küchentisch gelegt. War okay. Neue Umgebung, fremde Gerüche, kein vertrautes Wurfgeschwister neben ihm, gib deinem Welpen 2-3 Tage Ankommen, bevor du mit dem Training loslegst.

Wie viel Futter braucht ein Labrador-Welpe, und welches ist das richtige?
Labrador Welpen sind futtergetrieben. Das ist genetisch. Forscher der University of Cambridge identifizierten 2016 eine Deletion im sogenannten POMC-Gen, die bei rund 25 % aller Labradore das Sättigungsgefühl stört. Die Folge: Der Hund fühlt sich ständig hungrig. Gut fürs Training, du hast immer ein Motivationsmittel in der Tasche. Aber ein echtes Übergewichtsrisiko, wenn du die Futtermengen nicht kontrollierst.
Faustregel für das Gewicht: Etwa 1 kg pro Lebenswoche bis zum 6. Monat. Theo lag mit 14 Wochen bei 8,5 kg, genau im Rahmen.
| Alter | Mahlzeiten/Tag | Erwartetes Gewicht | Hinweis |
|---|---|---|---|
| 8-16 Wochen | 3-4x | 3-10 kg | Welpenfutter für große Rassen, nicht frei füttern |
| 4-6 Monate | 3x | 10-20 kg | Menge nach Herstellerangabe, wöchentlich wiegen |
| 6-12 Monate | 2x | 20-30 kg | Calcium-Phosphor-Verhältnis beachten |
| 12-18 Monate | 2x | 25-36 kg | Langsame Umstellung auf Adult-Futter |
Kontrolliertes Wachstum ist bei großen Rassen das A und O. Ein zu hoher Calciumgehalt im Futter beschleunigt das Knochenwachstum und erhöht das Risiko für Hüftdysplasie (HD), bei Labradoren liegt die HD-Rate laut VDH-Statistik bei etwa 12-15 %. Studien der Universität Utrecht belegen: Welpen großer Rassen, die energiereduziertes Futter bekommen, entwickeln signifikant seltener Gelenkprobleme als überfütterte Artgenossen.
Bei Dogs Supreme empfehlen wir für Labrador Welpen Futter ein Trockenfutter, das speziell auf mittlere und große Rassen abgestimmt ist. Josera Kids hat ein Calcium-Phosphor-Verhältnis von 1,3:1 und moderate Energiedichte, durchdacht für genau diese Wachstumsphase. Einen tiefen Blick ins Thema Erwachsenenernährung findest du in unserem Labrador Ernährungsratgeber.
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Kurze Einheiten. Positive Verstärkung. Keine Ausnahmen bei den Regeln. Das ist der Kern der Labrador Welpe Erziehung, egal was irgendwelche YouTube-Trainer mit Schutzhund-Fantasien erzählen.
Labradore sind kooperativ, lernwillig und extrem futterbelohnbar. Das macht sie zu einem der am einfachsten trainierbaren Welpen. Aber einfach heißt nicht mühelos. Ein Labrador-Welpe, der keine Grenzen lernt, wird ein 35-kg-Hund, der Besucher umwirft und Mülltonnen plündert.
Die vier Grundkommandos für die ersten Wochen:
- Sitz. Leckerli über die Nase führen, Hand bewegt sich nach hinten. Sobald der Po den Boden berührt: Markerwort + Belohnung. 3-5 Wiederholungen, Pause.
- Platz. Aus der Sitz-Position, Leckerli langsam Richtung Boden und nach vorn ziehen. Geduld. Labrador Welpen finden Platz deutlich schwieriger als Sitz.
- Hier/Komm. Im Haus beginnen, kurze Distanz, hohe Belohnung. Draußen erst an der Schleppleine.
- Nein/Aus. Ruhig, bestimmt, einmal. Nicht brüllen. Der Welpe soll verstehen, nicht erschrecken.
Halte jede Session bei 5-10 Minuten. Wirklich. Ein überforderter Welpe lernt nicht, er schaltet ab. Theo konnte nach drei Tagen zuverlässig Sitz. Für ein sauberes Platz brauchten wir zwei Wochen. Jeder Hund hat sein Tempo. Akzeptiere das.
Trainings-Tipp von Dogs Supreme: Nutze eine der regulären Futterportionen als Trainingsbelohnung. Dein Welpe bekommt ohnehin 3-4 Mahlzeiten, verteile eine davon als Leckerlis über den Tag. So trainierst du, ohne zusätzliche Kalorien reinzuschaufeln.
Beißhemmung und Stubenreinheit, die zwei echten Baustellen
Dein Labrador Welpe wird dich beißen. In die Finger, die Hosenbeine, die Schnürsenkel. Das ist normal. Milchzähne sind spitz wie Nadeln, und ja, es tut weh.
Die Methode, die funktioniert: Spiel sofort unterbrechen. Aufstehen. Weggehen. Keine Aufmerksamkeit für 30 Sekunden. Kein Schimpfen, kein Wegschubsen, kein Fang-Zuhalten. Nur Kontaktabbruch. Dein Welpe lernt: Zähne an Haut = Spiel vorbei. Bei Theo hat es 11 Tage gedauert. Manche Welpen brauchen drei Wochen, bleib dran. Ein 35-kg-Labrador ohne Beißhemmung ist für niemanden lustig.
Biete Alternativen an. Gefrorene Karotten sind perfekt während des Zahnwechsels, das kühle Knacken lindert das Zahnfleisch-Jucken, und der Geruch von frischer Karotte zieht garantiert mehr als dein Schuhband.
Stubenreinheit ist Fleißarbeit. Alle 2 Stunden raus. Nach dem Schlafen. Nach dem Fressen. Nach dem Spielen. Ein 10 Wochen alter Welpe kann seine Blase maximal 2-3 Stunden kontrollieren. Bestraf niemals einen Unfall im Haus, der Welpe versteht nicht, warum du sauer bist, und wird sein Geschäft künftig verstecken statt melden. Enzymreiniger verwenden, kein Essig. Die meisten Labrador Welpen sind zwischen dem 4. und 5. Monat stubenrein. Manche brauchen bis zum 6. Monat. Drei Teppichunfälle hatten wir mit Theo, dann hatte er es kapiert.
Warum ist die Sozialisierung bis Woche 16 so kritisch?
Zwischen der 4. und 16. Lebenswoche ist das Sozialisierungsfenster geöffnet. Was dein Labrador Welpe in dieser Phase kennenlernt, wird er als Erwachsener gelassen hinnehmen. Was er verpasst, kann Angst oder Unsicherheit auslösen, und das bei einem 30-kg-Hund.
Konkret heißt das:
- Verschiedene Menschen. Kinder, ältere Menschen, Menschen mit Hut, Regenschirm, Rollstuhl
- Verschiedene Untergründe. Gras, Asphalt, Gitterrost, Sand, nasses Laub
- Geräusche. Staubsauger, Straßenverkehr, Silvester-Playlists (gibt es als Desensibilisierungs-Tracks)
- Kontrollierter Hundekontakt. Welpenspielgruppe beim Trainer, nicht der chaotische Hundeplatz
Theo hat in seiner 12. Woche seinen ersten Wochenmarkt besucht. Das Rascheln der Planen, der süßlich-warme Geruch von frischem Brot, die vielen Beine auf Augenhöhe, er war überfordert, aber nicht panisch. Wir sind nach 10 Minuten gegangen. Am nächsten Samstag blieben wir 20 Minuten. So baust du Resilienz auf: in kleinen Dosen, nicht als Schocktherapie.
Wenn du mit deinem jungen Labrador auch verreisen möchtest, lies vorher unseren Urlaub-mit-Hund-Guide, mit Packliste und hundefreundlichen Reisezielen.

Wie schützt du Gelenke und Knochen deines Labrador-Welpen?
Labradore gehören zu den Rassen mit dem höchsten HD-Risiko (Hüftdysplasie). Du kannst die genetische Komponente nicht ausschalten, aber du beeinflusst den Verlauf durch das, was du im ersten Lebensjahr tust. Oder eben lässt.
Klare Regeln:
- Keine Treppen bis zum 12. Lebensmonat, tragen, Rampe, Absperrgitter
- Kein Joggen oder Radfahren bis 15 Monate, die Wachstumsfugen sind noch offen
- Keine Sprünge ins oder aus dem Auto. Rampe verwenden
- Spaziergänge: 5 Minuten pro Lebensmonat, zweimal am Tag. Ein 4 Monate alter Welpe bekommt also 2x 20 Minuten.
„Aber er will doch rennen!". Stimmt. Er will auch Steine fressen und in jede Pfütze springen. Dein Job ist, ihn vor sich selbst zu schützen. HD entsteht schleichend, und die Symptome zeigen sich oft erst mit 1-2 Jahren, wenn der Schaden längst da ist. Mentale Auslastung durch Nasenarbeit und Futterspiele ermüdet einen Labrador Welpen stärker als jeder Spaziergang. Theo schläft nach 10 Minuten Schnüffeldecke tiefer als nach einer halben Stunde Gassigehen.
Apropos Gefahren draußen: Labradore nehmen alles ins Maul. Informiere dich über Giftköder-Schutz in deiner Gegend und trainiere ein zuverlässiges Aus-Kommando. Auch Zecken werden ab Frühling relevant, sprich deinen Tierarzt auf geeigneten Zeckenschutz ab der 8. Woche an.
Die erste Woche daheim. Tag für Tag
Tag 1-2: Chaos. Akzeptieren. Der Welpe erkundet alles, schläft viel, winselt nachts. Stell sein Körbchen oder seine Box neben dein Bett. Dein Geruch und die Nähe helfen gegen den Trennungsschmerz.
Tag 3-4: Erste Routine. Fütterung zu festen Zeiten, etwa 7:00, 12:00, 17:00, 21:00 bei vier Mahlzeiten. Rausgehen nach dem Fressen wird zum Automatismus. Theo hat am dritten Tag zum ersten Mal an der Tür gescharrt. Wir haben ihn gelobt, als hätte er das Abitur bestanden.
Tag 5-7: Sitz-Training starten. Nur Sitz. 3 Wiederholungen, dreimal am Tag, immer am selben Ort. Der Welpe lernt: An diesem Platz gibt es Leckerlis, wenn ich mitmache. Am Ende der ersten Woche hast du einen Hund, der weiß, wo sein Platz ist, wann es Futter gibt und dass Sitz sich lohnt. Das reicht. Wirklich.
Häufige Fragen zu Labrador Welpen
Wie groß wird ein Labrador-Welpe?
Ausgewachsen erreichen Labradore eine Schulterhöhe von 54-57 cm (Hündinnen) bzw. 56-62 cm (Rüden) und ein Gewicht zwischen 25 und 36 kg. Die Labrador Welpe Größe entwickelt sich in den ersten 6 Monaten am schnellsten, mit etwa 1 kg pro Lebenswoche. Das Wachstum ist mit 12-18 Monaten abgeschlossen, die Muskulatur entwickelt sich noch bis zum 2. Lebensjahr.
Wie lange darf ein Labrador-Welpe spazieren gehen?
Die 5-Minuten-Regel pro Lebensmonat ist der beste Richtwert: Ein 3 Monate alter Welpe geht 15 Minuten, ein 5 Monate alter 25 Minuten, jeweils zweimal am Tag. Die Wachstumsfugen schließen sich erst mit 12-15 Monaten. Treppen, Sprünge und hartes Terrain sind bis dahin tabu.
Was kostet ein Labrador-Welpe vom seriösen Züchter?
Bei einem VDH-Züchter mit HD/ED-Befunden, Augenuntersuchung und DNA-Tests der Elterntiere zahlst du zwischen 1.500 und 2.500 Euro. Dazu: Erstausstattung (300-500 Euro), Tierarztkosten für Impfungen und Chip (ca. 200 Euro), monatliches Futter 60-90 Euro. Angebote unter 800 Euro deuten fast immer auf unseriöse Vermehrung hin. Finger weg.
Ab wann kann ein Labrador-Welpe alleine bleiben?
Frühestens ab dem 4. Monat, und dann nur schrittweise aufgebaut: erst 5 Minuten, dann 10, dann 30. Bis dein Labrador eine Stunde allein schafft, vergehen oft Wochen. Diese Rasse ist extrem menschenbezogen, zu frühes Alleinlassen führt häufig zu Trennungsangst. Erwachsene Labradore sollten maximal 4-5 Stunden allein sein.

Dein Labrador-Welpe und du, das erste Jahr wird gut
Die Labrador Welpe erste Wochen sind intensiv. Schlafmangel, durchgebissene Kabel, Pipi auf dem Parkett. Aber auch: das warme Gewicht auf deinem Schoß, der stolze Blick nach dem ersten Sitz, das weiche Fell an deiner Wange morgens um sechs.
Drei Dinge, die du aus diesem Artikel mitnimmst: Füttere ein Welpenfutter für große Rassen, kontrolliertes Wachstum schützt Gelenke. Trainiere in kurzen Sessions mit Belohnung statt Strafe. Und nutz das Sozialisierungsfenster bis Woche 16, als gäbe es kein Morgen.
Theo ist jetzt 7 Monate alt, 24 kg, und der ruhigste Junghund in seiner Hundeschule. Nicht weil er besonders talentiert ist, sondern weil die ersten Wochen gestimmt haben.
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