15. Mai 2026

Borreliose beim Hund: 4 Symptome oft übersehen 2026

12 Min. Lesezeit
Französische Bulldogge am Waldrand mit natürlicher Haltung und Zeckenschutz-Kontext.

Borreliose ist die häufigste durch Zecken übertragene Erkrankung bei Hunden in Deutschland und wird in vielen Fällen erst spät erkannt, weil die Symptome unspezifisch sind und schubweise auftreten. Bei einem früh entfernten Zeckenbiss, idealerweise vor 16 bis 24 Stunden Saugzeit, sinkt das Übertragungsrisiko erheblich.

Hinweis vorab. Dieser Artikel ersetzt keinen Besuch beim Tierarzt. Borreliose ist eine ernsthafte Erkrankung. Bei Verdacht auf Symptome bei Deinem Hund vereinbare bitte zeitnah einen Termin in Deiner tierärztlichen Praxis. Der Inhalt dient der Information, nicht der Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung.

Borreliose beim Hund: warum sie so oft zu spät erkannt wird

Borreliose ist die häufigste durch Zecken übertragene Erkrankung bei Hunden in Deutschland. Doch sie wird in vielen Fällen erst spät erkannt. Das hat einen Grund: die Symptome sind unspezifisch. Sie treten schubweise auf. Und sie verschwinden zwischendurch wieder, was viele Hundehalter beruhigt zurück lässt.

Das Tückische dabei ist, dass die Krankheit währenddessen weiter im Körper voranschreitet. Was zu Beginn nach Müdigkeit nach einem langen Spaziergang aussieht, kann sich nach Wochen zu chronischen Gelenkproblemen entwickeln. Was wie eine harmlose Schonhaltung wirkt, ist möglicherweise bereits eine entzündliche Reaktion in mehreren Gelenken gleichzeitig.

In diesem Ratgeber erfährst Du, welche vier Symptome Hundehalter besonders häufig übersehen oder fehldeuten. Du lernst, warum brachycephale Rassen wie Französische Bulldoggen, Möpse und Boxer ein erhöhtes Risiko tragen. Und Du erfährst, wie eine tierärztliche Diagnose abläuft und welche präventiven Maßnahmen tatsächlich Wirkung zeigen. Wichtig: Bei einem konkreten Verdacht ist und bleibt der Tierarzt die einzige verlässliche Anlaufstelle.

Was ist Borreliose überhaupt

Borreliose wird durch Bakterien der Gattung Borrelia ausgelöst. Der bei Hunden in Mitteleuropa relevanteste Erreger heißt Borrelia burgdorferi sensu lato. Dieser Bakterienkomplex umfasst mehrere Unterarten, die sich in ihrer geografischen Verbreitung und ihrer Anpassung an verschiedene Wirte unterscheiden. In Deutschland sind besonders Borrelia afzelii und Borrelia garinii verbreitet.

Die Übertragung erfolgt nicht durch jeden Zeckenbiss automatisch. Borrelien leben im Mitteldarm der Zecke. Erst wenn die Zecke länger als 16 bis 24 Stunden Blut saugt, wandern die Bakterien aktiv vom Darm in die Speicheldrüsen und von dort in den Wirtskörper. Das bedeutet: ein früh entdeckter und sauber entfernter Zeckenbiss minimiert das Übertragungsrisiko erheblich. Diese Tatsache macht den täglichen Zecken-Check zu einer der wichtigsten Schutzmaßnahmen überhaupt.

Hauptüberlieferer in Deutschland ist der Gemeine Holzbock, eine Schildzeckenart, die in Wäldern, hohen Wiesen und an Wegrändern lauert. Die Aktivitätsphase beginnt typischerweise im März und reicht bis in den Oktober hinein, mit zwei Spitzen im Frühjahr und im Spätsommer. Durch milde Winter verschiebt sich die Aktivitätszeit zunehmend, regional sind Zecken bereits im Februar nachweisbar.

Die Inkubationszeit zwischen Zeckenbiss und Auftreten erster Symptome variiert stark. Bei manchen Hunden zeigen sich Anzeichen bereits nach zwei bis fünf Wochen. Andere Tiere entwickeln klinische Beschwerden erst Monate oder sogar ein bis zwei Jahre nach der Infektion. Diese lange Latenz ist ein zentraler Grund, warum die Verbindung zwischen einem Zeckenbiss im Mai und einer Lahmheit im Oktober oft nicht hergestellt wird. Der Tierarzt fragt deshalb gezielt nach der Zeckenexposition der letzten Monate.

4 Symptome die oft übersehen werden

Borreliose zeigt sich beim Hund anders als beim Menschen. Die typische Wanderröte, die bei Menschen ein Früherkennungszeichen ist, fehlt beim Hund fast immer. Stattdessen treten Symptome auf, die leicht mit Alltagsbeschwerden verwechselt werden. Diese vier solltest Du besonders ernst nehmen.

1. Wechselnde Lahmheit ohne erkennbare Ursache

Dein Hund humpelt am Montag mit der rechten Vorderpfote. Am Mittwoch ist es wieder weg. Am Wochenende läuft er steif aus der linken Hinterhand. Diese wandernde Lahmheit ist eines der typischsten Früh-Anzeichen von Borreliose. Sie entsteht, weil die Bakterien sich bevorzugt in Gelenknähe ansiedeln und dort schubweise Entzündungsreaktionen auslösen.

Viele Hundehalter erklären sich die Beobachtung mit kleinen Verletzungen, mit Wachstumsschmerzen oder mit dem Alter. Der Hund schont sich kurz, danach wirkt wieder alles normal. Doch genau diese Schubhaftigkeit ist verdächtig. Bei einer mechanischen Verletzung würde die Lahmheit am selben Bein bleiben oder kontinuierlich abklingen. Wenn unterschiedliche Gliedmaßen betroffen sind, ohne dass eine erkennbare Verletzung vorliegt, gehört das in tierärztliche Abklärung.

2. Mattheit und Appetitlosigkeit ohne offensichtlichen Grund

Borreliose-positive Hunde wirken oft einfach nur müde. Sie wollen weniger spielen, machen Spaziergänge nur halb mit und ziehen sich vermehrt auf den Schlafplatz zurück. Auch die Futteraufnahme kann reduziert sein. Solche Veränderungen werden besonders bei älteren Hunden gerne auf das Alter geschoben oder bei jungen Hunden auf eine Phase.

Das Problem: diese Mattheit hat eine konkrete biologische Grundlage. Der Körper reagiert auf die bakterielle Infektion mit einer systemischen Entzündungsantwort. Diese kostet Energie und verursacht ein allgemeines Krankheitsgefühl, vergleichbar mit Symptomen, die wir Menschen bei einer beginnenden Grippe empfinden. Wenn die Mattheit länger als drei bis vier Tage anhält, ohne dass ein offensichtlicher Anlass erkennbar ist, sollte ein Tierarzt das Blutbild kontrollieren.

3. Wiederkehrendes Fieber in unregelmäßigen Intervallen

Die Normaltemperatur eines gesunden Hundes liegt zwischen 38,0 und 39,0 Grad Celsius. Bei Borreliose-Infektionen kann es zu wiederkehrenden Fieberschüben kommen, oft im Bereich 39,5 bis 40,5 Grad. Diese Episoden dauern häufig nur ein bis drei Tage und klingen dann von selbst wieder ab, bevor sie nach Wochen oder Monaten erneut auftreten.

Weil das Fieber nicht durchgängig vorhanden ist, wird es leicht übersehen. Wer nicht regelmäßig die Körpertemperatur misst, bemerkt nur, dass der Hund kurz schlapper wirkt und vielleicht schneller hechelt. Wenn Du den Verdacht hast, lohnt sich die rektale Temperaturmessung mit einem digitalen Thermometer über mehrere Tage. Notiere die Werte mit Zeitstempel und nimm die Liste mit zum Tierarzt-Termin.

4. Gelenkschwellungen, besonders an Knie und Sprunggelenk

Im fortgeschrittenen Stadium zeigen sich bei Borreliose häufig sichtbare Schwellungen an einzelnen Gelenken. Besonders betroffen sind das Kniegelenk und das Sprunggelenk, gelegentlich auch das Ellbogengelenk oder das Karpalgelenk an der Vorderpfote. Die betroffenen Stellen können warm wirken und berührungsempfindlich sein.

Anders als bei einer akuten Verletzung entsteht die Schwellung schleichend und oft ohne erkennbares Ereignis. Der Hund leckt das Gelenk, mag dort nicht gestreichelt werden oder zieht die Pfote weg. Wenn solche Veränderungen an mehreren Gelenken parallel auftreten oder zwischen den Gelenken wechseln, ist eine zügige tierärztliche Vorstellung dringend angeraten. Eine unbehandelte chronische Gelenkborreliose kann zu dauerhaften Schäden am Knorpel führen.

Zecke und Zeckenentferner im natürlichen Outdoor-Kontext

Erhöhtes Risiko bei Bulldoggen, Möpsen und Boxern

Brachycephale Rassen, also Hunde mit kurzem Schädel und verengten Atemwegen, tragen bei vielen Erkrankungen ein erhöhtes Risiko für Komplikationen. Bei Borreliose ist die Brachycephalie kein direkter Risikofaktor für eine Infektion. Das Ansteckungsrisiko durch Zecken ist nicht höher als bei anderen Rassen. Aber die Krankheitsverarbeitung kann deutlich anstrengender sein.

Der Grund liegt in der eingeschränkten Thermoregulation. Bulldoggen, Möpse und Boxer kühlen sich primär über das Hecheln ab. Wenn das Atemsystem durch enge Nasenlöcher, verlängertes Gaumensegel oder verengte Luftröhre belastet ist, fällt diese Hitzeabgabe schwerer. Tritt nun bei einer Borreliose-Infektion Fieber von 40 Grad oder mehr auf, gerät der ohnehin angespannte Atmungsapparat zusätzlich unter Stress.

Konkret bedeutet das: ein Mops mit beginnender Borreliose und Fieberschub kann schneller in eine Atemnot rutschen als ein Labrador in derselben Situation. Hechelt Dein brachycephaler Hund bei Ruhetemperatur ungewohnt stark und gleichzeitig zeigt er Anzeichen von Lahmheit oder Mattigkeit, ist das ein klares Signal für einen sofortigen Tierarzt-Termin. Warten ist hier riskant.

Hinzu kommt, dass viele brachycephale Hunde aufgrund von BOAS, dem brachycephalen obstruktiven Atemwegssyndrom, ohnehin in tierärztlicher Beobachtung sind. Eine zusätzliche systemische Infektion wird in dieser Konstellation als ernstere Belastung eingestuft. Sprich beim nächsten Routinetermin proaktiv über Zeckenprophylaxe an, gerade wenn Dein Hund zu einer der genannten Rassen gehört.

Diagnose: Was der Tierarzt macht

Eine Borreliose-Diagnose stützt sich nie auf ein einzelnes Kriterium. Der Tierarzt kombiniert in der Regel drei Bausteine, um zu einem belastbaren Bild zu kommen. Dieser Prozess ist medizinisch komplex und gehört ausschließlich in fachkundige Hände. Selbstdiagnose über Symptom-Checklisten aus dem Internet ist bei einer Verdachtsdiagnose Borreliose ungeeignet.

Erstens die Anamnese. Der Tierarzt fragt gezielt nach Zeckenexposition in den letzten Monaten, nach beobachteten Symptomen, deren zeitlichem Verlauf und nach möglichen Auslandsaufenthalten. Diese Vorgeschichte liefert oft schon entscheidende Hinweise, ob eine vektorübertragene Erkrankung wahrscheinlich ist.

Zweitens die klinische Untersuchung. Abgetastet werden Gelenke auf Schwellungen und Schmerzempfindlichkeit, Lymphknoten auf Vergrößerungen, das allgemeine Aktivitätsniveau wird beurteilt und die Körpertemperatur gemessen. Auch ein orthopädischer Bewegungstest gehört in vielen Praxen zum Standard, um die Lahmheit objektiv einzuordnen.

Drittens die Laboruntersuchung. Ein Antikörpertest, oft als ELISA durchgeführt, zeigt ob das Immunsystem bereits mit Borrelien Kontakt hatte. Ein positiver Antikörper-Befund alleine beweist noch keine aktive Erkrankung, weil auch früher durchgemachte Infektionen Antikörper hinterlassen. Deshalb wird häufig ein C6-Antikörper-Test eingesetzt, der spezifischer auf aktive Infektionen anspricht. Ergänzend kommen ein großes Blutbild und Entzündungsmarker zum Einsatz, um andere Ursachen wie eine Anaplasmose oder Ehrlichiose auszuschließen. Welche Tests genau sinnvoll sind, entscheidet allein der Tierarzt. Unser Tierarztkosten-Ratgeber zeigt, womit sich die Kosten je nach Untersuchungsumfang nach der GOT-Tabelle einordnen lassen.

Prävention: Was wirklich hilft

Vorbeugung ist bei Borreliose deutlich wirksamer als nachträgliche Behandlung. Sie stützt sich auf mehrere Bausteine, die zusammen das Gesamtrisiko senken können. Welche Kombination für Deinen Hund passt, besprichst Du am besten beim nächsten Routinetermin mit Deiner Tierarzt-Praxis.

Spot-on und systemische Präparate vom Tierarzt. Der wirkungsvollste Schutz bleibt die regelmäßige Anwendung tierärztlich verschriebener Antiparasitika. Diese gibt es als Spot-on-Lösung im Nacken, als Kautablette oder als Halsband mit Langzeitwirkung. Die Auswahl hängt vom Hund, von Begleitkrankheiten und vom Anwendungskomfort ab. Wirksamkeit und Verträglichkeit unterscheiden sich teils erheblich, deshalb gehört die Auswahl in tierärztliche Hand. Wechsle Präparate nicht eigenmächtig.

Konsequenter Zecken-Check nach jedem Spaziergang. Auch bei chemischem Schutz kann eine Zecke beißen, bevor sie stirbt. Deshalb tastest Du Deinen Hund nach jedem Outdoor-Termin systematisch ab. Besonders gründlich an Hals und Kopfbereich, hinter den Ohren, in den Achselhöhlen, an der Leiste, zwischen den Zehen und am Bauch. Eine Zeckenkarte oder Zeckenzange gehört in jede Hundetasche. Wichtig: Zecken so früh wie möglich entfernen, idealerweise vor Ablauf von 16 Stunden Saugzeit.

Ergänzende Schichten ohne Heilversprechen. Ultraschall-basierte Anhänger wie Tickless werden von vielen Hundehaltern als zusätzliche Schicht im Schutz-Paket eingesetzt. Sie ersetzen den tierärztlich verschriebenen Schutz nicht und ihre Wirksamkeit ist Gegenstand laufender Diskussion. Wer auf chemische Präparate ergänzen möchte, kann eine solche Schicht testen, sollte aber den Zecken-Check und das vom Tierarzt empfohlene Präparat keinesfalls ersetzen.

Was nachweislich nicht funktioniert. Hartnäckig halten sich Hausmittel und Esoterik-Empfehlungen, die in Studien keine Schutzwirkung gegen Zeckenbisse zeigen. Dazu zählen Bernsteinketten, Knoblauch im Futter, Schwarzkümmelöl und Kokosöl-Einreibungen. Diese Mittel sind nicht nur wirkungslos, einige davon können sogar gesundheitliche Probleme verursachen. Knoblauch in größeren Mengen ist für Hunde giftig, Kokosöl kann bei Hunden mit Pankreas-Vorbelastung Probleme machen. Verlasse Dich nicht auf solche Empfehlungen aus Foren oder sozialen Netzwerken.

Auslands-Reisen und Mittelmeer-Krankheiten. Wenn Du mit Deinem Hund nach Spanien, Italien, Griechenland oder Süd-Frankreich reist, gilt erhöhte Aufmerksamkeit. Im Mittelmeerraum treten neben Borreliose weitere zeckenübertragene Erkrankungen auf, darunter Leishmaniose, Ehrlichiose, Anaplasmose und Babesiose. Diese Krankheiten werden oft als Reisemitbringsel überseh, weil die Symptome erst Wochen nach Rückkehr auftreten können. Plane vor jeder Reise einen ausführlichen Tierarzt-Termin zur Anpassung des Schutzes ein.

Was Tierärzte zur Früherkennung sagen

„In der tierärztlichen Praxis erleben wir immer wieder, dass Borreliose-Erkrankungen erst dann erkannt werden, wenn bereits chronische Gelenkbeschwerden bestehen. Hundehalter, die wandernde Lahmheit oder unklare Mattigkeit beobachten und zeitnah einen Termin vereinbaren, geben uns die besten diagnostischen Chancen. Früh erkannt lässt sich Borreliose in vielen Fällen gut behandeln. Unser Appell an alle Hundehalter: lieber einmal zu viel als einmal zu wenig zur Abklärung kommen."

Sinngemäß wiedergegebene Position aus der tierärztlichen Praxis. Konkrete Diagnostik und Therapie immer mit Deinem behandelnden Tierarzt klären.

FAQ: Borreliose beim Hund

Ist Borreliose beim Hund tödlich?

In den meisten Fällen verläuft Borreliose nicht tödlich, kann aber unbehandelt zu chronischen Gelenkproblemen führen. Eine seltene, aber ernste Komplikation ist die Borrelien-Nephritis, eine Nierenentzündung, die besonders bei einigen Rassen wie Berner Sennenhund oder Labrador beobachtet wird. Diese Verlaufsform kann lebensbedrohlich sein. Genau deshalb gehört jeder konkrete Verdacht in tierärztliche Abklärung.

Kann mein Hund mich mit Borreliose anstecken?

Eine direkte Übertragung von Hund zu Mensch ist nicht bekannt. Die Gefahr geht von der Zecke selbst aus, die sowohl Hund als auch Mensch befallen kann. Wenn Dein Hund Zecken nach Hause bringt, können diese unter Umständen auch auf Menschen überwechseln. Das spricht zusätzlich für den täglichen Zecken-Check direkt nach dem Spaziergang.

Wie lange dauert eine Borreliose-Behandlung?

Behandlungsdauer und -form entscheidet ausschließlich der Tierarzt nach individuellem Befund. In der Regel kommt eine antibiotische Therapie über mehrere Wochen zum Einsatz, oft ergänzt durch weitere vom Tierarzt verordnete Präparate. Nach Abschluss der Behandlung sollten regelmäßige Kontrolltermine vereinbart werden, um den Verlauf zu beobachten. Eigenmächtiges Absetzen der Medikation kann zu Rückfällen führen.

Überstandene Borreliose: Ist der Hund danach immun?

Nein. Eine durchgemachte Borreliose hinterlässt keinen verlässlichen Immunschutz. Dein Hund kann sich nach erfolgreicher Behandlung jederzeit erneut infizieren, wenn er von einer infizierten Zecke gebissen wird. Die vom Tierarzt empfohlene Präventionsstrategie aus verordnetem Schutz und konsequentem Zecken-Check bleibt daher dauerhaft relevant.

Gibt es eine Borreliose-Impfung für Hunde?

Ja, in Deutschland sind Borreliose-Impfungen für Hunde zugelassen. Ob eine Impfung im individuellen Fall sinnvoll ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter Wohnregion, Hundehaltung, Alter und Vorerkrankungen. Diese Entscheidung trifft Dein Tierarzt nach Abwägung der individuellen Risikolage. Pauschal-Empfehlungen aus dem Internet sind hier ungeeignet.

Nächste Schritte bei Verdacht

Wenn Du beim Lesen dieses Artikels Parallelen zu Beobachtungen an Deinem Hund festgestellt hast, gehe so vor: Notiere die Symptome mit Datum und Uhrzeit, miss die Körpertemperatur über drei Tage und vereinbare einen Termin in Deiner tierärztlichen Praxis. Beschreibe die Beobachtungen sachlich. Erwähne auch Zeckenbisse, an die Du Dich erinnerst, und Spaziergänge in zeckenreichen Gebieten der letzten Monate.

Borreliose ist eine ernste Krankheit, aber sie ist bei rechtzeitiger Erkennung in vielen Fällen gut behandelbar. Der wichtigste Schritt liegt in Deiner Hand: Aufmerksamkeit für die kleinen Veränderungen, ein Tierarzt-Termin ohne langes Zögern und die Bereitschaft, lieber einmal zu viel als zu spät abklären zu lassen.

Wichtiger Hinweis. Dieser Artikel ersetzt keinen Tierarzt-Besuch. Er dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine medizinische Beratung dar. Bei gesundheitlichen Auffälligkeiten an Deinem Hund wende Dich bitte umgehend an eine tierärztliche Praxis Deines Vertrauens. Nur ein Tierarzt kann eine gesicherte Diagnose stellen und eine geeignete Behandlung einleiten.

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