Allergien bei französischen Bulldoggen – Diagnose & Tests
Die Diagnose einer Allergie bei der Französischen Bulldogge beginnt nicht beim Tierarzt, sondern mit systematischer Beobachtung zu Hause: Symptom-Tagebuch, Ernährungstagebuch und Notizen zu Umgebungsfaktoren über mindestens 2 bis 4 Wochen liefern die Grundlage für gezielte Tests.
Warum eine klare Diagnose so wichtig ist
Wenn deine französische Bulldogge ständig unter Juckreiz, Ohrentzündungen oder Magenproblemen leidet, liegt die Ursache nicht selten in einer Allergie. Doch ohne eine saubere Diagnose bleibt alles ein Ratespiel. Viele Besitzer probieren Futtersorten durch, wechseln Shampoos oder Medikamente, oft ohne nachhaltigen Erfolg.
Der Grund ist klar: Allergien sind komplex. Nur mit einer gezielten Untersuchung lässt sich feststellen, worauf dein Hund wirklich reagiert. In diesem Artikel zeigen wir dir, welche Tests wirklich sinnvoll sind, wie die Ausschlussdiät funktioniert und worauf du achten musst.

Erste Hinweise im Alltag, die Diagnose beginnt bei dir
Bevor es zu medizinischen Tests geht, brauchst du systematische Beobachtung
Die Diagnose einer Allergie beginnt nicht beim Tierarzt, sondern bei dir zu Hause. Nur du siehst deinen Frenchie täglich und kannst Muster erkennen. Diese Vorarbeit ist entscheidend, damit der Tierarzt gezielt ansetzen kann.
Was du dokumentieren solltest
Symptom-Tagebuch führen
Notiere täglich:
- Welche Körperstellen sind betroffen?
- Wie stark ist der Juckreiz? (Skala 1-10)
- Gibt es Hautrötungen oder offene Stellen?
- Wie ist der Stuhlgang? (Konsistenz, Farbe)
- Gab es Erbrechen oder Blähungen?
Ernährungstagebuch anlegen
Dokumentiere alles:
- Hauptfutter (genaue Sorte, Menge)
- Alle Leckerlis (auch die „kleinen")
- Kauartikel und Snacks
- Essensreste vom Tisch
- Zeitpunkt der Fütterung
Umgebungsfaktoren notieren
Achte auf:
- Jahreszeit & Wetter
- Spaziergänge (wo? wann? wie lange?)
- Kontakt zu anderen Tieren
- Neue Gegenstände im Haushalt
- Waschmittel- oder Putzmittelwechsel
Muster erkennen, die entscheidenden Fragen
Frage dich:
- Wann treten die Symptome auf? Direkt nach dem Fressen? Nach Spaziergängen? Zu bestimmten Jahreszeiten?
- Wo sind die Symptome? Pfoten? Ohren? Bauch? Gesicht?
- Gibt es Auslöser? Neues Futter? Neue Decke? Kontakt mit Gras?
- Wie ist der Verlauf? Konstant? Schubweise? Verschlimmerung über Zeit?
Typische Fehler bei der Beobachtung
- Zu kurzer Zeitraum: Dokumentiere mindestens 2-4 Wochen, um Muster zu erkennen
- Leckerlis vergessen: Auch die „kleinen Extras" müssen dokumentiert werden
- Subjektive Einschätzung: Nutze eine Skala (1-10) statt „ein bisschen" oder „sehr stark"
- Inkonsistenz: Führe das Tagebuch wirklich jeden Tag, nicht nur bei starken Symptomen
Vorlage für dein Allergie-Tagebuch
| Datum | Futter | Leckerlis | Symptome | Juckreiz (1-10) | Besonderheiten |
|---|---|---|---|---|---|
| 15.01. | Huhn & Reis 200g | Rinderkaustreifen | Pfotenlecken | 7/10 | Nach Spaziergang schlimmer |
| 16.01. | Huhn & Reis 200g | Keine | Ohrenkratzen | 5/10 | Rötung im linken Ohr |
| 17.01. | Huhn & Reis 200g | Käsewürfel (Training) | Durchfall, Pfoten | 8/10 | 3x Stuhlgang, weich |
Diese Dokumentation ist Gold wert für den Tierarztbesuch. Sie zeigt klare Muster und hilft, die richtigen Tests auszuwählen.
Ausschlussdiät, der Goldstandard bei Futtermittelallergien
Die einzige wirklich zuverlässige Methode zur Identifikation
Die Ausschlussdiät (auch Eliminationsdiät genannt) ist der einzige zuverlässige Weg, um Futtermittelallergien eindeutig zu identifizieren. Kein Bluttest, kein Hauttest kann sie ersetzen. Sie ist der Goldstandard.
Wie funktioniert die Ausschlussdiät?
Proteinquelle wählen
Wähle eine einzige Proteinquelle, die dein Hund noch nie bekommen hat. Ideal sind:
- Pferd
- Känguru
- Insekten (Mehlwürmer, Hermetia)
- Strauß
- Hirsch
Wichtig: Keine Proteine, die dein Hund jemals gefressen hat!
Kohlenhydratquelle wählen
Wähle eine einzige Kohlenhydratquelle, die dein Hund noch nie hatte:
- Süßkartoffel
- Tapioka
- Amaranth
- Quinoa
Auch hier gilt: Noch nie verwendet!
8-12 Wochen durchziehen
Füttere ausschließlich diese beiden Zutaten für mindestens 8-12 Wochen:
- Keinerlei Leckerlis
- Keine Kauartikel
- Keine Essensreste
- Keine Medikamente mit Geschmack
- Kein Futter von anderen Personen
Absolut nichts anderes! Auch nicht „nur ein kleines Stückchen".
Symptome beobachten
Dokumentiere die Entwicklung:
- Nach 4-6 Wochen sollten erste Besserungen sichtbar sein
- Nach 8-12 Wochen sollten Symptome deutlich reduziert oder weg sein
- Führe weiter dein Symptom-Tagebuch
Provokationstest
Wenn die Symptome weg sind, führe einen Provokationstest durch:
- Füge eine alte Zutat hinzu (z.B. Huhn)
- Warte 1-2 Wochen
- Treten Symptome auf? → Allergen identifiziert!
- Keine Symptome? → Diese Zutat ist OK, teste die nächste
Warum die Ausschlussdiät so schwer ist
Die größten Herausforderungen
- Disziplin: 8-12 Wochen sind lang. Keine Ausnahmen erlaubt.
- Familie & Freunde: Alle müssen mitmachen. Ein Leckerli von Oma ruiniert alles.
- Unterwegs: Auch im Park oder bei Bekannten darf dein Hund nichts fressen.
- Geduld: In den ersten Wochen kann es passieren, dass sich die Symptome noch nicht verbessern. Dran bleiben.
- Kosten: Exotische Proteinquellen sind teuer.
Fertigfutter vs. selbst kochen
| Aspekt | Fertigfutter (Mono-Protein) | Selbst kochen |
|---|---|---|
| Vorteile | Einfach, ausgewogen, zeitersparend | 100 % Kontrolle, keine Zusatzstoffe |
| Nachteile | Oft versteckte Zusatzstoffe, Kontamination möglich | Zeitaufwändig, Nährstoffzusätze nötig |
| Risiko | Kreuzkontamination in Produktion | Nährstoffmangel bei falscher Zubereitung |
| Empfehlung | Nur spezialisierte Allergiker-Futtersorten mit klar deklarierten Zutaten | Mit Ernährungsberater/Tierarzt planen |
Checkliste für die erfolgreiche Ausschlussdiät
Vor dem Start
- Mit Tierarzt Proteinquelle wählen
- Futter besorgen (8-12 Wochen Vorrat)
- Familie & Freunde informieren
- Symptom-Tagebuch vorbereiten
- Alte Futterreste entsorgen
Während der Diät
- Täglich Symptome dokumentieren
- Absolut keine Extras geben
- Bei Spaziergängen aufpassen
- Regelmäßig wiegen
- Tierarzt über Fortschritte informieren
Nach der Diät
- Provokationstest systematisch durchführen
- Jede neue Zutat einzeln testen
- Mindestens 1-2 Wochen pro Zutat
- Allergene dokumentieren
- Langfristige Ernährung planen
Bluttests, sinnvoll, aber nicht allein entscheidend
Was Bluttests können und was nicht
Viele Tierärzte bieten Bluttests auf Allergien an. Sie sind schnell, unkompliziert und liefern innerhalb weniger Tage Ergebnisse. Aber: Sie sind nicht zuverlässig genug, um allein eine Diagnose zu stellen.
Wie funktionieren Allergie-Bluttests?
Bei einem Allergie-Bluttest wird das Blut deines Hundes auf spezifische IgE-Antikörper untersucht. Diese Antikörper bildet das Immunsystem als Reaktion auf Allergene. Ein hoher IgE-Wert gegen z.B. Hausstaubmilben deutet darauf hin, dass dein Hund darauf reagiert.
Was getestet wird
Umweltallergene:
- Pollen (Gräser, Bäume, Kräuter)
- Hausstaubmilben
- Schimmelpilze
- Vorratsmilben
- Insekten (Flöhe, Mücken)
Hinweis: Für Futtermittelallergien gibt es auch Bluttests, diese sind aber noch unzuverlässiger.
Vorteile von Bluttests
- Schnell (Ergebnisse in 1-2 Wochen)
- Keine Sedierung nötig
- Viele Allergene auf einmal testbar
- Gut für Umweltallergien-Screening
- Hilfreich zur Planung einer Immuntherapie
Nachteile von Bluttests
- Hohe Falsch-Positiv-Rate
- Hohe Falsch-Negativ-Rate
- Wert ≠ klinische Relevanz
- Können keine Futtermittelallergien zuverlässig erkennen
- Teuer (oft 150-300 €)
Das große Problem mit Bluttests
Ein erhöhter IgE-Wert bedeutet nicht automatisch, dass dein Hund auf dieses Allergen klinisch reagiert. Umgekehrt kann ein niedriger Wert eine Allergie nicht ausschließen. Deshalb: Bluttests sind nie allein aussagekräftig, sondern müssen immer mit den Symptomen abgeglichen werden.
Wann sind Bluttests sinnvoll?
Sinnvoll bei:
Umweltallergien (atopische Dermatitis), wenn eine Immuntherapie geplant ist. Der Test hilft, die relevanten Allergene zu identifizieren, gegen die desensibilisiert werden soll.
Weniger sinnvoll bei:
Futtermittelallergien. Hier ist die Ausschlussdiät der einzig verlässliche Weg. Bluttests auf Futtermittel haben eine sehr hohe Fehlerrate.
Niemals allein:
Bluttests sollten nie die einzige Grundlage für Therapieentscheidungen sein. Sie sind ein Puzzleteil, aber nie das komplette Bild.
Unser Rat
Nutze Bluttests als Ergänzung, nicht als Ersatz für klinische Beobachtung und Ausschlussdiät. Sie können Hinweise geben, besonders bei Umweltallergien. Aber verlasse dich nie ausschließlich auf die Laborwerte.
Intrakutantest, wenn Umweltallergien im Verdacht stehen
Der präzisere Test für atopische Dermatitis
Der Intrakutantest (auch Intradermaltest genannt) funktioniert ähnlich wie beim Menschen: Kleine Mengen potenzieller Allergene werden direkt in die Haut injiziert, und die Reaktion wird beobachtet. Dieser Test gilt als genauer als Bluttests für Umweltallergien.
Wie läuft der Intrakutantest ab?
Vorbereitung
Dein Hund wird leicht sediert, damit er ruhig bleibt. Eine Stelle am Körper (meist die Flanke) wird rasiert.
Injektion
Kleine Mengen verschiedener Allergene werden in die Haut injiziert (bis zu 60 verschiedene Substanzen). Jede Injektion hinterlässt eine kleine Quaddel.
Beobachtung
Nach 15-20 Minuten wird die Reaktion bewertet. Rötungen und Schwellungen zeigen eine allergische Reaktion an.
Auswertung
Der Tierarzt bewertet, welche Allergene eine signifikante Reaktion ausgelöst haben. Diese werden dann für die weitere Therapie berücksichtigt.
Vorteile & Nachteile im Vergleich zum Bluttest
| Aspekt | Intrakutantest | Bluttest |
|---|---|---|
| Genauigkeit | Höher für Umweltallergien | Niedriger, mehr Fehler |
| Aufwand | Sedierung, Rasur, Vor-Ort-Test | Einfache Blutentnahme |
| Dauer | Ergebnis sofort | 1-2 Wochen Wartezeit |
| Kosten | 200-400 € (inkl. Sedierung) | 150-300 € |
| Anwendung | Spezialist mit Erfahrung nötig | Jeder Tierarzt kann durchführen |
| Für Immuntherapie | Bevorzugt als Grundlage | Möglich, aber weniger präzise |
Wann ist der Intrakutantest die richtige Wahl?
Ideale Kandidaten
- Französische Bulldoggen mit saisonalen Symptomen
- Verdacht auf Pollenallergien
- Hausstaubmilben-Allergie wahrscheinlich
- Immuntherapie (Desensibilisierung) geplant
- Bluttests waren uneindeutig
Weniger geeignet bei
- Verdacht auf Futtermittelallergie (Ausschlussdiät stattdessen)
- Sehr jungen Hunden (unter 6 Monaten)
- Akuten Hautinfektionen (bitte vorab tierärztlich abklären)
- Hunden mit Herzproblemen (Sedierung riskant)
Vorbereitung wichtig
- Mindestens 4 Wochen vorher keine Kortison-Gabe
- 2 Wochen vorher keine Antihistaminika
- Keine akuten Hautinfektionen
- Nüchtern zur Untersuchung
- Nur bei Fachtierarzt durchführen lassen
Nach dem Test
Die Ergebnisse des Intrakutantests dienen als Grundlage für eine allergenspezifische Immuntherapie (ASIT). Dabei wird dein Hund über Monate hinweg mit steigenden Dosen der identifizierten Allergene behandelt, um das Immunsystem zu desensibilisieren. Erfolgsrate: 60-80 %.

Weitere Untersuchungen, um nichts zu übersehen
Andere Ursachen systematisch ausschließen
Nicht jedes Kratzen ist eine Allergie. Parasiten, Pilze, bakterielle Infektionen oder hormonelle Störungen können ähnliche Symptome auslösen. Deshalb wird ein verantwortungsvoller Tierarzt immer auch diese Ursachen prüfen.
Standard-Diagnostik bei Hautproblemen
Hautgeschabsel
Was wird geprüft:
- Demodex-Milben
- Sarcoptes-Milben (Räude)
- Pilzinfektionen
- Bakterielle Infektionen
Durchführung: Mit einer Klinge wird oberflächlich Haut abgeschabt und unter dem Mikroskop untersucht.
Abklatschpräparat
Was wird geprüft:
- Bakterien auf der Hautoberfläche
- Hefen (Malassezia)
- Entzündungszellen
Durchführung: Ein Objektträger wird auf die betroffene Stelle gedrückt und dann unter dem Mikroskop untersucht.
Trichogramm
Was wird geprüft:
- Haarverlust-Ursachen
- Pilzinfektionen (Dermatophyten)
- Parasiten am Haarschaft
Durchführung: Haare werden ausgerissen und unter dem Mikroskop untersucht.
Pilzkultur
Was wird geprüft:
- Ringelflechte (Dermatophytose)
- Andere Pilzinfektionen
Durchführung: Haare werden in ein Nährmedium gegeben. Ergebnis nach 1-2 Wochen.
Kotuntersuchung
Was wird geprüft:
- Würmer (Spul-, Haken-, Bandwürmer)
- Giardien
- Kokzidien
- Bakterielle Infektionen
Durchführung: Sammelkotprobe über 3 Tage einreichen.
Blutbild & Organwerte
Was wird geprüft:
- Schilddrüsenwerte (Hypothyreose)
- Leberwerte
- Nierenwerte
- Entzündungsmarker
- Anämie
Durchführung: Normale Blutentnahme, Ergebnis meist am selben Tag.
Warum diese Tests so wichtig sind
Verwechslungsgefahr
Viele Erkrankungen imitieren Allergien perfekt:
- Demodex-Milben: Verursachen starken Juckreiz, besonders an Pfoten und Gesicht, genau wie Allergien
- Malassezia-Hefen: Lösen Hautrötungen und einen typischen "muffigen" Geruch aus, oft Begleiterscheinung von Allergien
- Hypothyreose: Kann zu Haarausfall und Hautproblemen führen, hormonell bedingt, keine Allergie
- Flohspeichelallergie: Selbst ein einziger Flohbiss kann bei empfindlichen Hunden wochenlang Juckreiz auslösen
Das richtige Vorgehen
Ein guter Tierarzt schließt immer zuerst Parasiten, Pilze und bakterielle Infektionen aus, bevor aufwändige Allergietests durchgeführt werden. Das spart Zeit, Geld und unnötiges Leid für deinen Frenchie.
Spezialfall: Histopathologie (Hautbiopsie)
In seltenen, unklaren Fällen kann eine Hautbiopsie nötig sein. Dabei wird unter lokaler Betäubung eine kleine Hautprobe entnommen und an ein Labor geschickt. Die mikroskopische Untersuchung kann folgendes zeigen:
Was eine Biopsie zeigt
- Entzündungsmuster (allergisch vs. nicht-allergisch)
- Autoimmunerkrankungen
- Tumore oder Zysten
- Seltene Hauterkrankungen
- Tiefe Pilz- oder bakterielle Infektionen
Wann ist sie nötig?
- Ungewöhnliche Hautveränderungen
- Therapie schlägt nicht an
- Verdacht auf Autoimmunerkrankung
- Knoten oder Geschwüre
- Atypischer Verlauf
Ablauf
- Lokalanästhesie oder kurze Sedierung
- 2-3 kleine Hautstanzen (3-6mm)
- 1-2 Stiche pro Biopsie
- Ergebnis nach 1-2 Wochen
- Kosten: 150-300 €
Die Rolle des Spezialisten
Wann ein Fachtierarzt unverzichtbar ist
Nicht jeder Tierarzt ist auf Allergien spezialisiert. Bei komplexen Fällen lohnt sich die Überweisung zu einem Fachtierarzt für Dermatologie. Diese verfügen über die nötige Erfahrung, um Tests korrekt auszuwerten und die Ergebnisse richtig zu deuten.
Wann solltest du einen Spezialisten aufsuchen?
Dein Tierarzt empfiehlt es
Wenn dein Haustierarzt selbst eine Überweisung vorschlägt, ist das ein gutes Zeichen. Es zeigt, dass er die Grenzen seiner Expertise kennt.
Therapien schlagen nicht an
Wenn mehrere Behandlungsversuche erfolglos waren oder die Symptome trotz Medikamenten wiederkehren.
Unklare Diagnose
Wenn auch nach mehreren Tests nicht klar ist, was deinem Frenchie fehlt oder ob es wirklich eine Allergie ist.
Immuntherapie geplant
Wenn eine allergenspezifische Immuntherapie (Desensibilisierung) in Betracht gezogen wird. Diese sollte immer von einem Spezialisten begleitet werden.
Schwere Symptome
Bei sehr starkem Juckreiz, offenen Wunden, chronischen Infektionen oder massiven Verdauungsproblemen.
Mischformen
Französische Bulldoggen leiden oft unter mehreren Allergien gleichzeitig. Ein Spezialist kann diese komplexen Fälle besser entwirren.
Was macht einen Dermatologen aus?
Zusatzqualifikationen
- Fachtierarzt für Dermatologie: Mehrjährige Zusatzausbildung nach dem Studium
- Spezialisierte Ausstattung: Dermatoskop, Wood-Lampe, umfangreiche Allergietest-Panels
- Erfahrung: Hunderte behandelte Allergie-Fälle, Mustererkennung
- Netzwerk: Zugang zu spezialisierten Laboren und Kollegen
- Aktuelle Forschung: Kenntnis neuester Therapieansätze und Studien
Kosten & Nutzen
| Aspekt | Haustierarzt | Fachtierarzt Dermatologie |
|---|---|---|
| Erstuntersuchung | 50-100 € | 150-250 € |
| Diagnostik | Basis-Tests verfügbar | Alle Tests inkl. Intrakutantest |
| Therapie | Standard-Behandlungen | Individuelle, maßgeschneiderte Pläne |
| Erfahrung | Generalist, viele Bereiche | Spezialist, fokussiert auf Haut |
| Wartezeit | Meist kurzfristig | Oft 2-4 Wochen Vorlauf |
| Erfolgsrate | Gut bei einfachen Fällen | Höher bei komplexen Allergien |
Gerade Französische Bulldoggen profitieren von fachdermatologischer Betreuung. Die Rasse neigt zu Mischformen aus Futtermittel-, Umwelt- und Kontaktallergien, kombiniert mit anatomischen Besonderheiten wie Hautfalten. Ein Spezialist sieht das Gesamtbild.
Entscheidungsbaum: Welcher Test ist der richtige?
So gehst du systematisch vor
Start: Dein Frenchie zeigt Allergie-Symptome
↓Schritt 1: Parasiten & Infektionen ausschließen
Hautgeschabsel, Abklatschpräparat, Kotuntersuchung
↓Schritt 2: Beobachtung & Tagebuch
2-4 Wochen Symptom- und Ernährungstagebuch führen
↓Verdacht Futtermittelallergie?
Ganzjährig, Verdauung betroffen, keine Saisonalität
↓ JAAusschlussdiät 8-12 Wochen
Nur 1 Protein + 1 Kohlenhydrat
Verdacht Umweltallergie?
Saisonal, nach Spaziergängen, ortsabhängig
↓ JABluttest oder Intrakutantest
Intrakutantest bei Immuntherapie-Plan
↓Schritt 3: Ergebnisse auswerten
Mit Tierarzt besprechen, Therapieplan erstellen
↓Schritt 4: Therapie starten
Futter anpassen, Umgebung optimieren, Medikamente wenn nötig
↓Erfolg?
Symptome deutlich besser → Weiter zu Teil 5: Langfristiges Management
Keine Besserung → Zurück zum Spezialisten, weitere Tests
Unser Futter zum Thema
Futter bei sensibler Französischer Bulldogge bewusst auswählen
Eine gesicherte Allergie-Diagnose gehört in die Hände deiner Tierärztin, etwa über eine kontrollierte Ausschlussdiät. Wenn ihr in dieser Phase die Zutaten genau steuern wollt, hilft eine klar deklarierte Fütterung mit nur einer Tierart und ohne Getreide, weil du jede Komponente nachvollziehen kannst. Für die Ausschlussdiät ist ein neues Eiweiss ideal: Unser rohes, tiefgekühltes BARF mit Kaninchen ist nach eigenem Rezept zusammengestellt, exklusiv bei uns, mit voll deklarierter Monoprotein-Basis aus einer Tierart, die die meisten Frenchies noch nicht kannten. Wer kein Gefrierfach nutzt, greift zur gereiften Variante im Glas. Was im Einzelfall passt, entscheidet dein Tierarzt mit.
Fazit: Systematisch statt Raten
Die Diagnose ist der Schlüssel zur erfolgreichen Behandlung
Die Diagnose von Allergien bei französischen Bulldoggen ist kein schneller Prozess, sondern ein systematisches Vorgehen. Ohne eine gründliche Untersuchung bleibt jede Behandlung ein Versuch auf Verdacht.
Die 3 Säulen der Diagnose
1. Klinische Beobachtung: Dein Alltags-Tagebuch
2. Ausschlussdiät: Bei Futtermittelverdacht
3. Medizinische Tests: Blut, Haut, Intrakutan
Was wirklich zählt
Nicht der teuerste Test ist der beste, sondern der systematische Ansatz. Erst andere Ursachen ausschließen, dann gezielt Allergene identifizieren.
Der Weg nach vorn
Mit einer klaren Diagnose kannst du deinem Frenchie endlich nachhaltig helfen. Im nächsten Teil erfährst du, wie das langfristige Management aussieht.
Das Wichtigste in Kürze
- Ausschlussdiät ist der Goldstandard für Futtermittelallergien, kein Test ersetzt sie
- Bluttests können Hinweise auf Umweltallergien geben, sind aber nie allein aussagekräftig
- Intrakutantest ist präziser als Bluttest, besonders für Immuntherapie-Planung
- Andere Ursachen (Parasiten, Pilze, Infektionen) müssen immer ausgeschlossen werden
- Spezialisten sind bei komplexen Fällen und Mischformen unverzichtbar

Artikelserie: Allergien bei französischen Bulldoggen
Diese Artikelserie besteht aus fünf Teilen:
- Teil 1: Kompletter Überblick
- Teil 2: Symptome erkennen
- Teil 3: Ursachen verstehen
- Teil 4: Diagnose & Tests
- Teil 5: Langfristiges Management
Wenn sich nach der Ausschlussdiät eine Futtermittelsensitivität bestätigt, lohnt ein Blick auf rohes BARF aus einem einzigen, klar deklarierten Ausweichprotein wie Kaninchen, Pferd oder Rotwild, bei dem die Zutatenliste komplett offengelegt ist und nichts Verstecktes das Bild verfälscht.
Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei gesundheitlichen Auffälligkeiten konsultiere bitte deinen Tierarzt.
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